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Auf bestem Weg ins Gefängnis

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Rosa Sweat-Jacke, gelbes T-Shirt, große Ohrringe: Wie das doppelte Lottchen saßen die beiden identisch gekleideten Frauen auf der Anklagebank des Öhringer Amtsgerichts. Zumindest der älteren Angeklagten dürfte gar nicht gefallen haben, was sie von der Richterin zu hören bekam.


Ein überstrapaziertes Gericht


Im Dezember hatten sich die beiden Heranwachsenden im Alter von 18 und 20 Jahren am Heilbronner Bahnhof einen Geldbeutel erschlichen. Das verlorengegangene Portmonee war am Info-Schalter abgegeben worden, die 20-Jährige gab sich als Besitzer aus. Kurz darauf kam der wahre Eigentümer, doch da hatten die beiden Angeklagten die Beute von 30 Euro Bargeld schon unter sich aufgeteilt.


Vor Gericht wurde bekannt, dass die 20-jährige Italienerin aus Pfedelbach die Öhringer Justiz schon über Gebühr strapaziert hat. Ihr Vorstrafenregister weist vier Eintragungen auf, unter anderem wegen Diebstahls und versuchten Betrugs. Bei der letzten Verurteilung im November bekam sie 50 Arbeitsstunden aufgebrummt, abgeleistet hat sie erst zwei. Und weil die 20-Jährige die meiste Zeit des Tages irgendwo herumhängt, bleiben Straftaten offenbar nicht aus. Erst vor zehn Tagen wurde sie im Öhringer Handelshof erneut beim Stehlen von Zigaretten erwischt.


Allerletzte Chance

"Sie befinden sich auf allerbestem Weg ins Gefängnis" machte Richterin Ursula Ziegler-Göller der jungen Frau klar. Die Angeklagte habe am 19. März die Ladung zur Hauptverhandlung bekommen und "nichts Besseres zu tun gehabt, als wieder zu klauen". Damit sei das Maß voll. Die Richterin verurteilte die Pfedelbacherin zu vier Wochen Dauerarrest und 50 Arbeitsstunden. Wenn die Sozialstunden wieder nicht geleistet würden, werde die Frau weitere vier Wochen im Wieslocher Jugendarrest zubringen.


Im Übrigen werde das Gericht bei der Angeklagten nicht einmal mehr "die kleinste Kleinigkeit" dulden, sagte Ziegler-Göller. "Und wenn Sie nur einen Kaugummi klauen, gibt es eine Haftstrafe ohne Bewährung. Dann geht’s in Frauengefängnis nach Schwäbisch Gmünd", schärfte die Richterin der jungen Frau ein. Eine weitere Chance werde die Angeklagte von diesem Gericht nicht mehr erhalten.


Die 18-jährige Mittäterin wurde milder bestraft. Die junge Frau aus Liberia muss 30 Stunden gemeinnützig arbeiten und ein soziales Kompetenztraining absolvieren.





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