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Einmal den Kleinen Onkel stemmen

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Die Vampirin schuftet im Akkord. Frisches Blut muss her. Doch sie hat sich wohl den falschen Ort ausgesucht. Vampirin Carolin, dramatisch gekalktes Gesicht, transparenter Reifrock, hat sich ausgerechnet im Lastenaufzug des Stadttheaters festgesetzt.

Theater-Parcours

Immer wieder hoch und runter, fährt sie an diesem Samstag. Es ist Tag der offenen Tür im Stadttheater, und die Menschen strömen. In ihrem Lastenaufzug ist die Hölle los. Doch die Vampirin ist vom Pech verfolgt: Sie blickt ihren potenziellen Opfern tief in die Augen. Schüttelt den Kopf. Die richtige Blutgruppe scheint Mangelware zu sein.

Mit Mann und Maus sind die Mitarbeiter an diesem Nachmittag im Haus unterwegs, auf und besonders hinter den Bühnen. Über einen schier nicht enden wollenden Theater-Parcours erreichen die Besucher jene normalerweise unzugänglichen Bereiche, in denen das Theater erst zum Theater wird.


Löwe aus Styropor

In der Schlosserei klettert der elfjährige Samuel auf die Lokomotive von Jim Knopf, auch im Malersaal werden Kinderträume wahr. Zwischen den Vorarbeiten zum "Vetter von Dingsda" und einem Löwen aus Styropor steht Kleiner Onkel, Pippis Pferd. Wer wollte es nicht schon immer der rothaarigen Göre nachtun und den Gaul mit dem kleinen Finger stemmen? Radana Brockhoff, 25, und Marc Harrer, 27, lassen ihren Jugendtraum wahr werden und werden bei ihrer Großtat fotografiert.

Schön, dass die Seile, an denen Kleiner Onkel hängt, beinahe gar nicht zu sehen sind. Nur der Theatermitarbeiter kommt ganz schön ins Schwitzen. Theater ist und bleibt die Welt der Illusionen und der kleinen Geheimnisse.


Theater der Sinne

Als Theater der Sinne präsentiert sich das Haus am Berliner Platz: im Komödienhaus etwa, in das man von zwei geweißelten Engeln eingelassen wird. "Nur weiter", flüstern sie. "Hier gibt es nichts zu sehen." Was Humbug ist. Schauspieldirektor Alejandro Quintana führt in seinem Theaterlabor in "Romeo und Julia" ein. Nancy Fischer und Alexander Darkow zeigen die Szene klassisch und in einer Unterschicht-Variante mit abgründigem Humor.


Nichts, wie es scheint

Derjenige, der den Weg in die Katakomben des Theaters gefunden hat, viele Stufen unterhalb der Pforte, stößt auf einen "Pfad der Sinne", einen weiteren Parcours, der von Carsten George eingerichtet worden ist, dem Leiter der Beleuchtung.
Wahrnehmungsspielchen enden in einer Saft-Verköstigung. George stellt die Gretchenfrage: "Waldmeister oder Himbeere?" Der Besucher trinkt und rätselt, begutachtet die grellen Farben. Doch nichts ist so, wie es scheint. Gefärbter Apfelsaft ist es, man hätte es ahnen müssen.





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