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Viel Arbeit für Polizisten

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Eugen M. (Name geändert) atmete gestern tief durch. Zwei Jahre Haft auf Bewährung erhielt der 27-jährige Hohenloher Spätaussiedler gestern vom Öhringer Schöffengericht, weil er in Weißbach rund 50 Mal Heroin zum Eigenkonsum gekauft hatte. Das Gericht honorierte, dass der siebenfach vorbestrafte Angeklagte in seiner Ausbildungsstelle derzeit mustergültig arbeitet.


Erfolg für Kripo

Um die Jahreswende hatte die Künzelsauer Kripo mehrere Fahndungserfolge verzeichnet. Sechs Heroin- und Marihuana-Dealer wurden enttarnt, sie alle mussten in U-Haft. Allein vier davon stammten aus Weißbach. Am Dienstag vergangener Woche verurteilte das Öhringer Schöffengericht die ersten beiden zu mehrjährigen Haftstrafen.

Matthias L. (25) und seine Freundin (20) hatten in Frankfurt rund ein viertel Kilo Heroin gekauft und einen Teil davon unter Süchtigen im Kochertal weiterverkauft. Ebenfalls in Weißbach dealten Armin D. (25) und die ebenfalls 25-jährige Ines M. Ihre Prozesse stehen noch aus.


Mehr Arbeit

Jeder Dealer, der seine Abnehmer offenbart und sich so einen Strafrabatt erkauft, bedeutet für Polizei und Justiz eine Vielzahl weiterer Verfahren. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden die Amtsgerichte in Künzelsau und Öhringen derzeit mit Drogenprozessen überhäuft. Eugen M. kaufte sein Heroin bei beiden Weißbacher Dealer-Pärchen, schaffte den Absprung aus der Drogenszene aber schon im Herbst.

"Sie stehen jetzt mit einem Bein im Gefängnis", warnte Richterin Ursula Ziegler-Göller gestern den Angeklagten, der bereits 2007 wegen Drogenhandels zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden war. Wenn jetzt noch "die geringste Kleinigkeit" passiere, werde Eugen M. insgesamt für drei bis vier Jahre eingesperrt, sagte die Richterin.


Eine Chance

Drogendealer und Süchtige haben vor Gericht eine Chance, wenn sie zum Zeitpunkt der Verhandlung vom Rauschgift losgekommen sind und regelmäßig arbeiten. So war es auch am Donnerstag, als ein 25-jähriger Techniker aus Weißbach eine Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten erhielt. Obwohl er zusammen mit seiner Freundin in Frankfurt fast ein halbes Kilo Heroin gekauft hatte, wurde seine Strafe zur Bewährung ausgesetzt.


Drei Gerichte zuständig

Für kleinere Drogendelikte sind die Amtsgerichte in Künzelsau und Öhringen zuständig. Steigt die Straferwartung über zwei Jahre Haft hinaus, bearbeitet das Öhringer Schöffengericht sämtliche Fälle aus dem Hohenlohekreis. Das Gericht ist besetzt mit Strafrichterin Ursula Ziegler-Göller und zwei Laienrichtern in wechselnder Besetzung. Stehen für einen Angeklagten jedoch mehr als vier Jahre Haft im Raum, geht der Prozess ans Landgericht nach Heilbronn.





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