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Drei Schwestern verurteilt

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Das Jugendschöffengericht hat gestern vier Mädchen im Alter von 16 bis 18 Jahren verurteilt, drei davon sind Schwestern. Sie haben zahlreiche Ladendiebstähle und zwei Einbrüche in Heilbronn verübt. Weitere Delikte waren Betrügereien und Hausfriedensbruch. Bestraft wurde außerdem die Körperverletzung eines weiteren Mädchens, die Richterin Elke Woll unter "Zickenkrieg" verbuchte. Wegen der Einbrüche hatten zwei der Schwestern schon zweieinhalb Wochen in Untersuchungshaft gesessen.


Hinter Gitter

Die älteste Schwester erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, die mittlere ein Jahr und sechs Monate und die Jüngste ein Jahr und drei Monate – jeweils mit einem halben Jahr Vorbewährung. Das heißt, in diesem Zeitraum dürfen sie sich nichts zuschulden kommen lassen, sonst kommen sie hinter Gitter.

Außerdem müssen die Schwestern zwischen 60 und 80 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Ein weiteres Mädchen erhielt als Arbeitsauflage 60 Stunden. Angeklagt war außerdem noch eine versuchte Brandstiftung. Zwei Schwestern hatten einen Sonnenschirm in einem Hauseingang in Heilbronn angezündet. Diesen Anklagepunkt stellte das Gericht ein.




Holen die Frauen gegenüber den Männern in Sachen Kriminalität auf? Helmut Buchholz hat bei Marcus Winter, 36, Leiter der Heilbronner Kriminalitätsinspektion 1, nachgehakt.






Kriminalität war immer eine Männerdomäne. Ändert sich das?
Marcus Winter: Nein. Frauen und Mädchen holen nicht spürbar auf. Dieser Eindruck entsteht höchstens nach medienwirksamen Einzelfällen. Bei den unter 21-Jährigen beträgt der Anteil der Frauen an den Straftaten lediglich ein Drittel. Von allen Gewaltstraftaten verüben Frauen nur ein Zehntel.


Wie viele Mädchenbanden gibt es im Unterland?
Winter: Momentan gar keine. Männliche Jugendbanden sind dagegen bekannt, zum Beispiel zuletzt die Devil Türken in Neckarsulm.


Wie ist das Verhältnis Mann-Frau bei bestimmten Straftaten, etwa Sexualdelikten?
Winter: Sexualstraftaten werden nach wie vor fast ausschließlich von Männern verübt. Mädchen weichen eher auf andere Straftaten aus, zum Beispiel auf Cybermobbing.


Was ist das?
Winter: In sozialen Netzwerken oder in ganz bestimmten Foren im Internet verbreiten Personen Unwahrheiten über andere.


Warum ist das so?
Winter: Das liegt einfach an der körperlichen Unterlegenheit der Frauen gegenüber Männern. Sie meiden darum den direkten Täter-Opfer-Kontakt. Darum treten Männer bei Gewaltstraftaten mehr in Erscheinung. Bei opferlosen Delikten wie Diebstählen steigt der Anteil der Frauen wieder. Sie verüben die Hälfte aller Diebstähle.





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