Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Die ersten eigenen vier Wände

zurück zur Übersicht
Ein kleines gemütliches Wohnzimmer mit weißen Vorhängen und weißen Möbeln zum Entspannen. Passend zur Jahreszeit stehen gelbe Tulpen auf dem Tisch. Mit einem Vertrag bei den Heilbronner Falken, der Eishockeymannschaft, brach für Agnes Mädler und Simon Wenzel aus Rosenheim eine neue Zeit an. Eine eigene Wohnung zu haben, scheint mit Unabhängigkeit und Freiheit verbunden zu sein. Doch es bedeutet gleichzeitig Verantwortung für sich selbst und für den Partner.



Alles neu

"Es ist schwer sich in einer fremden Stadt einzuleben", sagt Agnes "aber ich habe in meiner neuen Schule und bei der Arbeit schnell Freunde gefunden." Natürlich vermisst Agnes aber auch einiges: ihre Familie, Freunde und ihre zwei Hunde. "Es war schwer, mich von ihnen zu trennen. Doch ich versuche, sie so oft wie es geht zu besuchen", sagt die 18-Jährige mit einem kleinen Lächeln im Gesicht.

Sie fährt nämlich jede Ferien zurück in ihre kleine Stadt in der Nähe von Rosenheim und kann ihre Familie und Freunde wiedertreffen. Etwas, dass Agnes noch vermisst, ist der Ausblick aus ihrem Fenster. Dort kann man nach dem Aufstehen die Alpen genießen. In der Heilbronner Innenstadt ist alles zugebaut. Statt Natur die graue Wand des Nachbarhauses. Statt eines Gartens ein kleiner Balkon.

"Zuhause habe ich die meisten Leute gekannt – jetzt kenne ich noch nicht einmal die Personen, die im gleichen Haus wohnen wie ich", erklärt die Schülerin des Mönchsee-Gymnasiums. Auch der Dialekt fehlt: Daheim spricht Agnes rund um die Uhr Bayrisch. Zuhause, in der Schule oder beim Weggehen mit Freunden.



Selbständigkeit

Außerdem verabschiedete sich Agnes nicht nur von ihrer Heimat, sondern auch von der Rund-um-Versorgung durch ihre Eltern. Jetzt müssen Agnes und Simon ihre Wäsche selbst waschen, selbst schauen, dass genügend Geld für Lebensmittel vorhanden ist und das etwas zum Essen auf dem Tisch steht. Meistens kümmert sich Agnes um den Haushalt.

Doch was das Kochen angeht, so hat manchmal auch Simon das Sagen. Warum? Seine Mutter ist Köchin und so hat er einiges von ihr gelernt. Da der Leistungssportler aber wenig Zeit hat, bekommt er im Gegenzug von Agnes einen selbstgebackenen Kuchen.

Sehen tut sich das junge Paar meistens nur abends. Agnes geht morgens in die Schule und Simon ist auf dem Eis. Spätestens beim Abendessen sitzen sie aber gemeinsam am Tisch. Agnes wartet immer, bis er vom Training nach Hause kommt, um mit ihm zu essen. Früher hätte sie nie so spät am Abend gegessen.



Veränderungen

Einiges musste Agnes in ihrem Tagesablauf ändern, um so viel gemeinsame Zeit wie möglich mit ihrem 20-jährigen Freund zu verbringen. Morgens weckt sie ihn mit einem Anruf von der Schule aus. "Obwohl er sich drei Wecker stellt, kann man sich nie sicher sein, dass er schon wach ist", erzählt Agnes schmunzelnd.

Überraschend die Antwort, auf die Frage, ob es schwer ist, mit Freunden in Rosenheim Kontakt zu halten: "Nein, ich habe nun herausgefunden, wer wirklich meine Freunde sind und mit ihnen ist es kein Problem." Die sportliche Jugendliche telefoniert oder mailt oft mit ihren Freunden aus Rosenheim.



Galerien

Regionale Events