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Werkrealschule soll besser bilden

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Alle reden von der Werkrealschule (WRS). Doch wie wird sie wirklich? Auch beim großen Infoabend von Staatlichem Schulaufsichtsamt Heilbronn und der IHK Heilbronn-Franken blieben viele Fragen offen. IHK-Geschäftsführerin Renate Rabe forderte unmissverständlich: "Die Werkrealschule muss sich auf Ausbildungsreife konzentrieren."


Ringen um Azubis

Mehr Rechenfähigkeit, besseres mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen, das erwarten die Firmenchefs von den Schülern, die nach neun, künftig – so wird mit der WRS erhofft – zehn Jahren und mit der Mittleren Reife in der Tasche einen Ausbildungsplatz haben wollen. Disziplin, Leistungsbereitschaft und Motivation sollen sie möglichst auch noch mitbringen, sagt Renate Rabe.

Dabei ist ihr völlig klar, dass die Firmen künftig um jeden einzelnen Ausbildenden ringen müssen, um ihre Arbeitsplätze besetzt und erhalten zu können. Die demografische Entwicklung ist einfach erdrückend: 1997 waren es noch 11 275 Erstklässler in der Region Heilbronn-Franken, im vergangenen Herbst wurden nur noch 8 200 Kinder eingeschult. Rabe rechnet damit, dass die Hälfte von ihnen eine höhere Bildung anstreben wird.


Fortbildung

Umso wichtiger ist eine ausgezeichnete Schulbildung aller Kinder. "Wir haben die Botschaft verstanden", sagt denn auch Wolfgang Seibold stellvertretend für die vielen Lehrer und Schulleiter im Publikum. Viele von ihnen haben sich an diesem Abend mehr Informationen über die Umsetzung des neuen Bildungsplanes WRS erhofft, denn schon im kommenden Schuljahr sollen sie zum Beispiel in Klasse 8 und 9 die neuen Wahlpflichtfächer Natur und Technik, Wirtschaft und Informationstechnik und als drittes Fach Gesundheit und Soziales unterrichten. "Die Fortbildung beginnt jetzt", verspricht Wolfgang Seibold und spricht zugleich von einem "engen, ehrgeizigen Zeitplan" und "Training on the job". Der genaue Bildungsplan liegt erst seit drei Wochen vor.


Schulbezirke aufgelöst

Die Schulen befassen sich zurzeit weniger mit der WRS-Konzeption als mit der Sicherung ihrer Schülerzahlen. Denn die Schulbezirke werden aufgelöst. Heilbronn macht zwar eine Ausnahme, doch spätestens ab 2016 besteht freie Schulwahl.
Laufen den Hauptschulen die Schüler davon? Werden die Eltern Seibolds Beteuerung glauben: "Auch da, wo Hauptschule draufsteht, ist Werkrealschule drin."

Über Kooperationen mit anderen Schulen können die 13 Hauptschulen in Stadt- und Landkreis Heilbronn ebenso wie die 26 zweizügigen WRS Kinder zur Mittleren Reife führen. Hauptschulen bleiben die überschaubaren Schulen mit wenigen Schülern. Sinkt ihre Zahl weiter, etwa weil Schüler in die WRS abwandern, sind einzelne Hauptschulen in ihrer Existenz bedroht.


Werbung

Deshalb machen Hauptschulen große Werbung für sich. Zurzeit laufen die Anmeldungen. Sie stellen ihre Schülerfirmen, Projekte und Kooperationen vor. Durchaus erfolgreich. So startet die Wolf-von Gemmingen-Schule in Gemmingen mit zwei Fünferklassen, obwohl ihr der Status WRS verwehrt blieb.


Mittlere Reife für alle

Die Werkrealschule führt zur Mittleren Reife, die Hauptschule kann das auch – durch Kooperation mit anderen Schulen. Hauptschulen bleiben in Gemmingen, Bad Wimpfen, Oedheim, Nordheim, Neudenau, Untergruppenbach, Obereisesheim, Gundelsheim, Erlenbach, Flein, Beilstein, Frankenbach und Biberach.




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