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Junge Talente üben mit Profis

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Die Mädchen haben den neunjährigen Yann Kloth geschafft. Der Schüler hat seinen Helm neben sich gelegt und liegt, Beine und Arme von sich gestreckt, auf den kleinen Treppchen des "Pfefferle-Koch-Helberg-Hockeyparks" beim Heilbronner Pfühlpark. Seine Schutzkleidung hat er noch an.

Der Spieler des Heilbronner Hockeyteams war beim Girls’ Day des TSG Hockeyturniers als Helfer im Tor. Tapfer hat er die Bälle der Nachwuchssportlerinnen abgewehrt. 60 Mädchen aus sechs Schulen durften mit den Nationalspielerinnen trainieren. Die Frauennationalmannschaften aus Deutschland, China und Japan sind derzeit wegen eines Drei-Nationen-Turniers zu Gast in Heilbronn.


Parcours

An sechs Stationen zeigen Profis, zum Beispiel Olympia-Siegerin Natascha Keller, wie man den Schläger richtig hält oder geschickt den Torhüter austrickst.
Ball führen, Ziel schießen, weit schlagen oder Seilchenlauf: So heißen die Stationen des Trainings. "Ich habe gerade ein großes Lob für mein Tor bekommen", erzählt Leonie Schöneck stolz. Sie ist bei der Station Penalty-Schießen. "Das ist sowas wie Elfmeter", erklärt die Neunjährige fachmännisch: "Man geht einfach eine halbe Runde ohne Ball und der Torwart ist ausgetrickst." Die Viertklässlerin ist allerdings keine Anfängerin mehr. Schon seit dem Kindergarten steht sie regelmäßig auf dem Feld.


Wichtige Eigenschaften

Auch den anderen Mädchen hat das Zielen aufs Tor am besten gefallen. Dabei hat jede ihre ganz eigene Strategie: "Einfach aufs Tor zurennen und losschießen, das funktioniert manchmal auch", sagt ihre zehnjährige Teamkollegin Henriette Rüttler. Schnell, wendig, aber auch schlau: Diese Eigenschaften sollten gute Spielerinnen mitbringen, findet Barbara Vogel. Die 29-jährige Nationalspielerin weiß, wovon sie spricht. Im Sommer fährt sie zur Weltmeisterschaft nach Argentinien. Ein Talent könne man oft schon daran erkennen, wie der Schläger gehalten wird.


Sportlernachwuchs

"Unsere Hockeyabteilung wächst stetig, aber der Anteil an Mädchen ist immer noch zu gering", bedauert Jungendabteilungsleiterin Daniela Bamberg die derzeitige Situation: "Bei uns gibt es 30 Mädchen, die Zahl möchte ich gerne verdoppeln." Beim Training mit dem Profis sind deshalb hauptsächlich Mädchen dabei, die noch nie einen Schläger in der Hand hatten.

Dass es gerade Mädchen im Hockey nicht immer einfach haben, diese Erfahrung haben Henriette Rüttler und Leonie Schöneck von der C-Jugend bereits gemacht. "Früher waren wir mit Jungs in einer Mannschaft", erinnert sich Henriette. Heute gibt es beim gemeinsamen Spielen kaum noch Pässe, wenn Jungs und Mädchen einmal zusammen spielen. Leonie fügt hinzu: "Das ist mir aber egal, ich ziehe mein Ding einfach durch."


Teilnehmerinnen

Sechs Heilbronner Schulen hat Hockey- Jugendleiterin Daniela Bamberg angeschrieben, die Mädchen zum Girls’ Day geschickt haben: Robert-Mayer-Gymnasium, Katholisches Freies Bildungszentrum St. Kilian , Gerhart-Hauptmann-Schule, Silcherschule, Wilhelm-Hauff-Schule, Ludwig-Pfau-Schule.





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