Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Abi und Studium im Schnelldurchlauf

zurück zur Übersicht
Baden-Württembergs Schüler stehen unter Druck: Die Zeit bis zum Abitur hat sich auf zwölf Jahre verkürzt. Der Lernstoff ist jedoch ähnlich umfangreich wie zuvor. Zügig studieren ist nach anschließend angesagt. Nach drei Jahren sollten die Studenten von heute ihren ersten akademischen Titel in der Tasche haben. Die Stichworte G8 und Bologna-Prozess, die mit diesen Entwicklungen verbunden sind, boten bei der Podiumsdiskussion in der Mensa des Mönchseegymnasiums gestern genügend Diskussionsstoff.


Streitgespräch

Beim Streitgespräch unter den Jugendvertretern der vier im baden-württembergischen Landtag vertretenen Parteien herrschte zunächst weitgehend Einigkeit: Nachbesserungen bei G 8 müssen sein, darin waren sich Matthias Mettendorf (Junge Liberale), Andreas Lanio (Jungsozialisten) und Hannes Halter (Grüne Jugend) einig. "Ich sitze oft abends und am Wochenende vor dem Schreibtisch", so Halter.

Zeit für sein Engagement bei den Grünen muss sich der 16-jährige Gymnasiast freischaufeln. Markus Schuster plädierte dagegen dafür, das Bildungsniveau im Land weiter hoch zu halten. Zudem gab er zu bedenken, dass auch Auszubildende viel arbeiten: "Für Lehrlinge mit 15 oder 16 Jahren ist eine 40-Stunden-Woche normal". Freizeit hielten aber auch die Schüler im Publikum für wichtig. "Man sollte Zeit haben, sich zu engagieren und seine sozialen Kompetenzen zu entfalten", betonte Eftklässler Till Vornam.


Bildung kostet

Ein Blick über den Tellerrand hinaus, lassen auch die verkürzten Studienzeiten nur schwer zu. Der Studienplan ist eng. Zudem kostet jedes Semester an einer Hochschule bares Geld. "Bummelstudenten" würden, nach Meinung Schusters, durch die Studiengebühren angetrieben. "Fehlt die Zeit für ein Auslandssemester oder den Besuch fachfremden Veranstaltungen, züchtet man reinen Fachleute", konterte Lanio.

Abitur und Studium? Für viele Jugendliche stellt sich diese Frage nicht. "Sozialer Selektion kennzeichnet unser Bildungssystem", so Halter. Verlierer sind auch Schüler mit Migrationsgeschichte. Selten schaffen sie es aufs Gymnasium. "In Heilbronn haben 60 Prozent der Jugendlichen einen Migrationshintergrund. Wie viele davon sind hier?", machte Lanio die Probe aufs Exempel. Nur ein paar Hände gingen in die Höhe. Für Matthias Mettendorf kann nur eine möglichst frühe Förderung von Kindern verhindern, dass sie aus Bildungssystem und Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden.




Galerien

Regionale Events

Würth feiert Jubiläum

Würth feiert 2020 Jubiläum mit den Würth Philharmoniker, Open Air und einem Tag der offenen Tür.