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Fest der Kulturen am 1. Mai

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Das Bündnis gegen Rechtsextremismus will am 1. Mai ein energisches, friedliches Zeichen gegen die geplante Neonazi-Demo setzen und nicht vor den Rechtsextremen weichen. Unter dem Slogan "Heilbronn sagt Nein" soll nach einem Protestzug in der Innenstadt ein großes Fest aller Kulturen stattfinden.

"Es soll ein Signal sein, dass uns die Stadt gehört und wir uns auch nicht vertreiben lassen", sagt DGB-Regionssekretärin Silke Ortwein beim Treffen der Bündnispartner am Donnerstagabend.


54 Gruppen im Bündnis

Sorgen um die Sicherheit sollen das Vorhaben nicht einschränken. Die Polizei habe geäußert, dass die Neonazis "nicht in die Innenstadt kommen", stellt DGB-Regionsvorsitzender Bernhard Löffler fest. Er freut sich, dass nun 54 Gruppen im Bündnis sind und hofft auf Tausende Teilnehmer am Feiertag.

Der Neckar soll nach Kenntnis des DGB eine Trennlinie zwischen Bündnis und Rechtsextremen sein. "Es ist eine Idee", sagt Rathaussprecher Christian Britzke dazu.

Gegen 10.30 Uhr soll der Protestzug in der Karlstraße starten, auf Kilians- oder Marktplatz sind gegen 12 Uhr Kundgebungen geplant. Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse ist als Gastredner im Gespräch.

Nachmittags soll die Großdemo in ein Straßenfest mit kulturellem Programm, Musik (unter anderem "Des Geyers schwarzer Haufen"), Essen und Darbietungen der Bündnispartner übergehen. Nikolai-Pfarrer Ulrich Koring hat bereits die Sülmer Straße reserviert und erhofft sich eine Begegnung der Kulturen, "kommunikativ und spielerisch".

Die Bündnispartner sollen weitere Ideen entwickeln. Buttons und Halstücher mit dem Schriftzug "Heilbronn sagt Nein" sind in Planung.


Tausendfacher Protest

Für Avital Toren, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Heilbronn, ist es selbstverständlich, dass sie an dem Tag dabei ist. "Wen ich kenne, den schleppe ich mit." Sie hält das Mitmachen für eminent wichtig, weil die extremen Rechten "gefährlich sind und nichts dazu lernen".

Auch SPD-Bundestagsmitglied Josip Juratovic hofft auf viele Teilnehmer, weil es demokratische Rechte und Werte "jeden Tag zu verteidigen gilt". Für Migranten sei ein tausendfacher Protest gegen Neonazis zudem "ein sehr wichtiges Signal".

Das Bündnis könne für die Stadt viel Positives bewirken, weil sich Gruppen treffen, die sich sonst nicht untereinander bewegen, hofft Silke Ortwein. Und wenn die Stadt es schaffen sollte, die Neonazi-Demo zu verbieten? Ortwein: "Dann freuen wir uns und feiern erst recht."

 
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