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Beruf: Elvis-Doppelgänger

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Jailhouse Rock statt Streifendienst: Der Sulzfelder Andreas Stolzenthaler hängt die Polizeiuniform an den Nagel und holt den Glitzer-Overall aus dem Schrank. Der mehrfach ausgezeichnete Elvis-Imitator macht seinen Nebenjob zum Hauptberuf. "Davon kann man leben", ist der Presley-Profi überzeugt, der die Zahl von 40 Auftritten pro Jahr bald deutlich ausbauen will. Am Samstag steht er in Neckarsulm auf der Bühne.

Schon als Sechsjähriger fing sich der Sulzfelder den Elvis-Virus ein, nahm Gitarrenunterricht, um dem King nachzueifern. Die Initialzündung kam aber erst auf einer Feier vor bald zehn Jahren. Spontan legte Stolzenthaler eine Elvis-Nummer aufs Parkett, die Kumpels waren begeistert. "So hat das aus einer Partylaune heraus angefangen."

Seither gibt der Sulzfelder unter dem Pseudonym Andy King den Elvis bei Feten, in Kneipen oder bei Hochzeitsfeiern. Das tun viele. Doppelgänger des King gibt es auch in der Region mehr als Silber-Pailletten am Overall des legendären Vorbilds, und die meisten halten sich für gut.

 

Erfolgreicher Doppelgänger

Stolzenthaler ist gut. Bei der Double-Europameisterschaft in England schaffte er es kürzlich bis ins Finale und belegte Spitzenplätze bei weiteren Wettbewerben. Unlängst hat die Bundeswehr Andy the King verpflichtet, um vor Soldaten in Afghanistan aufzutreten. Dann verschlechterte sich die Sicherheitslage, der Gig am Hindukusch fiel kurzfristig flach.

Jetzt soll die Karriere richtig Fahrt aufnehmen. "Die Stimme kommt schon nah ran, bei der Bewegung muss ich mich noch verbessern", weiß der 37-Jährige. Der Sprung vom Hobbyhüftschwinger zum Vollzeit-King ist groß. Stolzenthaler hat das Projekt ausführlich mit seiner Frau besprochen, dann stand die Entscheidung.

Das Betätigungsfeld ist breit. Viele Elvis-Fans buchen das Double für ihre private Feier, die Portion Presley für die Party ist je nach Rahmen schon ab 300 Euro zu haben. Auch Kleinkunstfestivals oder Elvis-Fanclubs zählen zur Kundschaft, die laut Stolzenthaler nicht nur die gängigen Hits geboten bekommt.

 

Respekt vor Elvis

"Elvis war sehr vielseitig, er hat auch viele Cover-Versionen von anderen Künstlern aufgenommen." An die 800 Stücke hatte der King im Repertoire, Andys abendfüllendes Programm umfasst rund 120 Songs.

Stolzenthaler, der auch als The Shadow of Elvis firmiert, ist kein Devotionaliensammler oder Edelfan. Als Sänger hat er aber enormen Respekt vor seinem Alter Ego, das es auf einen operntauglichen Stimmumfang von drei Oktaven brachte. Anspruchsvolle Nummern wie "You gave me a mountain" gehören zu Stolzenthalers Favoriten.

"Es gibt Lieder, da schaltet man ab und ist wie in einer anderen Welt." Die Berufswelt des Sulzfelders steht jetzt mehr denn je unter dem Stern des Kings. Dabei sieht der 37-Jährige durchaus noch Nachholbedarf, was die Presley-Mania hierzulande angeht: "In den USA ist das nach wie vor ein richtiger Hype, in Deutschland ist das viel zurückhaltender."
 

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