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Strategie und Ausdauer am Brett

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Absolute Konzentration. Im Leingartener Kulturgebäude rauchen die Köpfe. Springer schlägt Bauer, der Turm siegt über den Läufer. Nur ein falscher, unüberlegter Zug, und die Partie nimmt ein verheerendes Ende. Der fünfte Leintal-Jugend-Cup im Schach, den die Schachabteilung des Sportvereins Leingarten austrägt, verzeichnet mit 146 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen neuen Teilnehmerrekord.

 

Melodie

Bezeichnend klingt die Melodie "Schwarz oder Weiß", die die Schachjugend Nordrhein-Westfalen in einem Musikworkshop erarbeitet hat, durch den Saal. Das ist der musikalische Startschuss für die nächste Partie. An 73 Brettern machen die jungen Schachspieler, die aus der Region, aber auch aus Freiburg und aus Neumarkt in der Oberpfalz kommen, die besten unter sich aus.

Gespielt wird in sieben Runden, im so genannten Schweizer System. "Jeder Spieler hat 90 Minuten Bedenkzeit, so kann eine Partie bis zu drei Stunden dauern", erklärt der Organisator und Jugendleiter Eric Hermann. Er hat viele Stunden in die Vorbereitung des dreitägigen Events gesteckt und teilt die Teilnehmer in vier Altersgruppen, von der U 8 bis zur U 25 ein.

"Ich hätte nicht gedacht, dass die Veranstaltung ein solcher Erfolg wird", freut sich Abteilungsleiter Roland Dietz ob des großen Ansturms und lobt den Organisator Eric Hermann: "Es ist ein riesiger Aufwand, und ohne ihn würde das nicht alles so reibungslos klappen."

Nach 20 Minuten verlässt Vanessa Sihler aus Obereisesheim enttäuscht den Saal. Elf Züge hat ihre Partie gedauert, dann war die Zehnjährige Schachmatt. Im angrenzenden Nebenzimmer analysiert sie nun zusammen mit Kunibert Bender aus Neckarsulm ihre Partie. "Wir schauen uns gemeinsam an, was Vanessa falsch gemacht hat", erklärt der Schachprofi.

Er kennt das Wettkampfflair und weiß: "Die Kinder sind aufgeregt, da passieren Leichtsinnsfehler." Doch Vanessa gibt nicht auf, will aus ihren Fehlern lernen. Maria Kadach aus Amorbach übt das Hobby seit drei Jahren aus und ist in Sachen Schach schon ein kleiner Profi. Mit ihren zehn Jahren hat sie bereits an der Kreis- und der Bezirksmeisterschaft teilgenommen und ist auch in Leingarten eine der wenigen weiblichen Teilnehmer.

Hier hat sie bei drei gewonnenen Austragungen und einem Remis zehn Punkte eingeheimst. "Schach ist ein Strategiespiel, das macht Spaß, und ich finde es toll, wenn man Herausforderungen meistern muss."

 

Hilfestellung

Auch Dietfried Koelle vom TSV Schwaigern gibt Hilfestellungen und bespricht mit David Hemmrich dessen Spiel. "Er hat sehr früh unnötigerweise seine Dame hergegeben", erklärt Koelle. Doch es gibt einen Grund dafür: Der Zehnjährige ist heute nicht fit, hat eine Grippe hinter sich. Obwohl sein Spiel schon aussichtslos war, hat David dennoch tapfer weitergekämpft und noch 20 Züge geschafft in der Hoffnung, dass sein Gegner einen Fehler macht. Doch der hatte mehr Glück. Analyse ist wichtig, sagt Koelle. Doch genauso wichtig sei es für die jungen Schachspieler, zwischen den Spielen raus zu gehen, sich an der frischen Luft auszutoben. Denn nur so bekommen sie den Kopf für die nächste Herausforderung am quadratischen Spielbrett frei.
 

Ergebnisse

Beim dreitägigen Leintal-Jugend-Cup im Schachsport gingen folgende Teilnehmer als Sieger nach Hause: In der U 8 gewann Leon Wu von der SG Kurpfalz. Dominik Gheng vom TSV Schönaich gewann die Altersklasse U 10. In der U 12 setzte sich Jens Hoffmann vom SC Widdern durch.

Sandra Weber vom SC Neckarsulm heißt die Siegerin in der U 14. Tobias-Xiang Peng vom Heilbronner SV holte sich den Pokal in der Altersklasse U 16. In der U 18 siegte Christian Biefel, ebenfalls vom Heilbronner SV. Platz eins bei den U 25 ging schließlich an Philipp Müller vom SC Neckarsulm.

Alle Ergebnisse und Teilenehmerlisten sind natürlich auch im Internet veröffentlicht.

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