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Wie es ist, hier jung zu sein

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Die, die bereits auf den Stühlen sitzen, sind eindeutig die Älteren. Die Jüngeren, um die sich heute Abend alles dreht, stehen noch draußen in den letzten Sonnenstrahlen. Der Abend ist etwas Besonderes für sie, und man merkt es ihnen an. Man spürt die freudige Erwartung und vielleicht ein wenig nervöse Anspannung. Karl-Heinz Kraft und Frank Hemmerich, der Präsident des Kiwanis-Clubs Möckmühl und sein Vize, sind überrascht. "Mit so viel Interesse an dem Film haben wir gar nicht gerechnet", sagte Kraft bei seiner kurzen Eröffnungsrede.

 

Idee

Weshalb ein Film? Von wem stammte die Idee? "Wir wollten mit dem Jugendhaus, mit allen Jugendlichen dort, etwas gemeinsam machen. Und Sportturniere sind eben nur was für Sportliche." So habe man mit den Jugendsozialarbeitern Volkan Bölükbasi und Aiste Herrmann vom Jugendtreff Station über Machbares diskutiert. "Beim Kunstsommer 2011 kam man dann auf einen Film." Der Film sollte ein Imagefilm werden, der den Stand der Dinge, die Situation der Jugend in einer Kleinstadt zeigt, wie es viele in Deutschland gibt.

Wie leben sie, was denken sie, was wollen sie, wovon träumen sie? Aber auch: Wie werden sie wahrgenommen? Es ist ein Film über sie, vor allem aber von ihnen. Die jungen Leute schlugen Themen vor, um die es gehen sollte, sie formulierten Fragen, sie suchten sich Interviewpartner und sie drehten selbst.

Die jungen Filmemacher waren von Anfang an gefordert. "Am ersten Tag war es sehr chaotisch", sagt Roy Herzog, der Regisseur, der das Projekt begleitete. Er erinnert sich daran, wie es war, als er den "roten Faden" erklärte. "Aber danach, als ich kleinere Teams beim Drehen begleitete, merkte ich schnell, wie es umschlug. Sie waren interessiert und motiviert und es machte ihnen Freude." Und sie schafften es, in etwas mehr als drei Tagen.

"Mich überraschte auch die Eigendynamik, die sich in manchen Szenen entwickelt hat", erläutert Herzog. Hier ist ein junger Mann auf dem Weg zu einer Gerichtsverhandlung, der sich bewusst ist, dass er sich seiner Verantwortung stellen muss. Dort ist es Armin Dikel, der Leiter des Polizeipostens Möckmühl, der im Interview auch darüber spricht, dass sich Probleme dank Jugendarbeit weniger geworden sind. Er erzählt, wie auch er früher übermütig war und sich verantworten musste. Die Filmemacher befragen einen Busfahrer, Trainer, den Bürgermeister und Mitglieder der CDU-Ortsgruppe nach ihren Meinungen zur Jugend vor Ort und ihrer eigenen.

 

Träume und Pläne

Und sie stellen sich gegenseitig Fragen. Die Antworten überraschen – oder auch nicht. Denn sie träumen von vermeintlich Normalem: von Anerkennung, von jemandem, der sie versteht, von guten Jobs. Mustafa Sariisik kann sich vorstellen, was er gerne tun möchte: Er hat bei diesem Projekt gefilmt und gemerkt, dass es genau sein Ding ist. "Im Sommer nehme ich an einem Film-Workshop teil und nach der Schule möchte ich an die Filmakademie nach Ludwigsburg", sagt er.

Aber auch die anderen haben sich im Laufe des Projekts weiterentwickelt: Sie haben sich etwas im Team erarbeitet, strukturiert und durchgeführt. Der Applaus am Ende zeigt den Jugendlichen, dass die Zuschauer diese Botschaft verstanden haben.
 

 

 

 

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