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Sprung ins warme Wasser

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Eva ist der Star im Paradies. Auf Sun Island scheint in dieser Woche nichts ohne Eva Munz zu gehen. Die 22-jährige Fechterin aus Künzelsau ist dort mindestens so populär wie der irische Popstar Chris de Burgh, der als erster westlicher Popstar auf der Ferieninsel im Indischen Ozean auftreten soll. Eingefädelt hat das der Mann, den Munz "Chef" nennt: der Hohenloher CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten. Er ist zugleich Honorarkonsul der Islamischen Republik der Malediven und versucht dort, so viele Fliegen wie möglich mit einer Klappe zu schlagen.

Aber der Reihe nach: Eva Munz studiert an der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau Betriebswirtschaftslehre Kultur-, Freizeit und Sportmanagement. Ihr Praxissemester absolviert sie bei von Stettens Firma, dem Hohenloher Ticketservice. Und weil von Stetten ein Konzert von Chris de Burgh auf Sun Island veranstaltet, hat Eva Munz viel zu tun. Sie koordiniert nicht nur die An- und Abreise der Gäste, sondern auch die von Chris de Burgh nebst Crew und Familie. Und sie macht Bekanntschaft mit dem Unterschied zwischen Planung und Wirklichkeit: Das Flugzeug, das sie und ihren Freund Christian Schmierer von Frankfurt nach Muscat im Oman bringen soll, hat ein technisches Problem. Also: Chef auf Sun Island anrufen, im Hotel übernachten, abwarten.

 

Abenteuer im Paradies

27 Stunden später: Eva Munz und Christian Schmierer warten am Flughafen von Male auf Chris de Burgh. Schmierer ist 23 Jahre alt, stammt aus Löwenstein und studiert ebenfalls BWL in Künzelsau. Sein Praxissemester verbringt er in der Akademie Würth bei Michael Kübler, einem Duz-Freund von Stettens. "Mich berührt das, wenn Leute von Konzerten fasziniert sind. Ich will lernen, wie man das macht", sagt er.

Vier Stunden später: Chris de Burgh & Co. und die Hohenloher landen auf Sun Island. Eva wird umringt und geherzt. Chris de Burgh-Fans aus aller Welt freuen sich, die Künzelsauerin kennenzulernen, mit der sie vor ihrer Reise telefoniert haben. "Die kommt aus Kanada und hat mich vor ein paar Tagen ganz schön rund gemacht", sagt Munz über eine Frau, die sie gerade umarmt hat. Auf Sun Island ist vom Ärger nichts mehr zu spüren. Das Paradies zeigt Wirkung.
Die genießen auch Munz und Schmierer - für knapp zwei Stunden. Da Paar gönnt sich einen einstündigen Fußmarsch um die Insel, einen Besuch am schneeweißen Palmenstrand und taucht dann ein in das Abenteuer, auf einer 1,2 Kilometer langen Ferieninsel knapp oberhalb des Äquators ein Popkonzert zu organisieren.

 

Dickes Fell

Von da an sitzt Eva Munz fast pausenlos in der Lobby an dem Tisch, wo sich Konzertbesucher und solche, die es werden wollen, informieren oder beschweren - je nach Laune. "Ich muss lernen, so etwas nicht persönlich zu nehmen", bemerkt Eva Munz. Sun Island bietet viel: Traumstrände, Regenwald, faszinierende Unterwasserwelt, Freizeitangebote, Spa, Pool und sogar ruhige Buchten. Munz und Schmierer bekommen davon wenig mit. "Der Chef" auch nicht, der hat anderes im Sinn.

Das Konzert von Chris de Burgh ist - nüchtern betrachtet - nur Mittel zum Zweck. "Ich will die richtigen Leute zusammenbringen", sagt von Stetten. Also ist auch Ralf Lagerbauer von Würth in Bad Mergentheim da, um zu sehen, "ob auf den Malediven was geht". Und Jürgen Morhard. Der deutsche Botschafter in Sri Lanka und auf den Malediven lädt zum Empfang. Da ist Christian von Stetten in seinem Element. Der Hohenloher, den sie auf den Malediven den "Klima-Konsul" nennen, knüpft Kontakte und fädelt Geschäfte ein. Die Vertreter gleich dreier deutscher Fotovoltaik-Unternehmen schwitzen in ihren Sakkos.


Folgen des Klimawandels

Von Stetten will den Malediven helfen, CO2-neutral zu werden. Immerhin droht der flachen Inselrepublik angesichts des Klimawandels der Untergang. Strom wie bisher über Dieselaggregate zu gewinnen, ergibt da wenig Sinn. "Der Verkehrsminister will 500 Elektromobile bestellen, um die Taxis zu ersetzen", freut sich von Stetten, und der Botschafter beglückwünscht die Malediver zu ihrem Honorarkonsul: "Sie hätten keinen Besseren finden können, um Ihre Interessen in Deutschland zu vertreten."

Tags darauf kümmert sich von Stetten um die Studenten: Mit der Leitung des Villa College, einer privaten Hochschule mit derzeit 2600 Studenten, vereinbart er das Auslandssemester von Munz und Schmierer auf den Malediven. Im Januar geht’s los. Die beiden können ihr Glück kaum fassen, auch wenn die Augen vor allem eines ausdrücken: Erschöpfung. Das mit dem Paradies mag stimmen, meint Eva Munz, "aber Urlaub war das nicht."
 

 

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