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Stadt profitiert von Stadtgalerie

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Ist die Stadt voll, dann gilt das auch für die Stadtgalerie. Und ist dort nichts los, bleibt auch die Fußgängerzone leer. "Ein Center funktioniert nur mit einer funktionierenden Innenstadt", ist Anna Reinhardt überzeugt. Die Centermanagerin kann zum fünften Geburtstag der Stadtgalerie mit knapp 30 Millionen Besuchern seit 5. März 2008 aufwarten. 19 000 Menschen sind es im Durchschnitt pro Tag – von Infrarotsensoren gezählt.
 
Die Stadtgalerie ist eines von 183 Centern, das Marktführer ECE europaweit betreibt – mit einem Jahresumsatz von 19 Milliarden Euro. Für das 15 000 Quadratmeter große Heilbronner Center lässt sich der jährliche Umsatz auf rund 465 Millionen Euro beziffern.
 
 

Neue Ausrichtung

"Die Zahlen haben sich sehr positiv entwickelt", sagt Anna Reinhardt, "wir sind nach fünf Jahren gut hier angekommen." Dass nicht alle 75 Shops gleich gut laufen, will auch die Centermanagerin nicht verhehlen. Vor allem in der Anfangszeit hat es Mieterwechsel und einzelne Pleiten gegeben, etwa bei kleineren Flächen und lokalen Anbietern. "Jetzt sind wir seit eineinhalb Jahren ohne Leerstand."
 
Wenn 2018, nach zehn Jahren, mehr als 70 Prozent der Mietverträge auslaufen, wolle man mit dem Großteil weiter zusammenarbeiten. Einer der wichtigsten Magnete der Stadtgalerie ist H&M: "Der ist weit stärker als H&M im bundesweiten ECE-Durchschnitt", erläutert Reinhardt. Das heißt für die Zukunft: weniger Anbieter im unteren Preissegment. Kunden legen mehr Wert auf Qualität, deshalb will sich die Stadtgalerie hochpreisiger ausrichten, sich aber weiterhin an der Hauptzielgruppe der jüngeren Kundschaft orientieren. Handlungsbedarf gibt es auch im schwächer besuchten Obergeschoss. Dort soll ein guter Ankermieter für mehr Leben sorgen.
 
 

Profit

Mieter der ersten Stunde ist die Yeans-Halle. Filialleiterin Michaela Sieg ist froh über die Entwicklung: "Die Frequenz ist in den letzten zwei Jahren nach oben gegangen." 700 000 Kunden im Umkreis von Heilbronn erreicht das Center nach ECE-Angaben. Michaela Sieg kann das große Einzugsgebiet bestätigen: "Von hinter Mosbach bis nach Hohenlohe." Stadt und Stadtgalerie profitierten voneinander: "Wir brauchen uns gegenseitig." Sascha Deuring von Jack Wolfskin, ebenso von Anfang an dabei, ist "im Großen und Ganzen" zufrieden. Er würde sich aber mehr Anbieter für ältere Kunden wünschen. Auch er sieht die Innenstadt durch das Center aufgewertet.
 
 

Kritik am Center

Die Einzelhandelszentralität, die den Kaufkraftzufluss von außerhalb angibt, ist seit 2010 gestiegen. Heilbronn steht in Baden-Württemberg an der Spitze. Aus Sicht von Martin Diepgen, als Erster Bürgermeister für Wirtschaft zuständig, muss dem Einzelhandelsstandort Heilbronn nicht bange sein.
 
ECE-Gegner Thomas Weipert bleibt auch nach fünf Jahren bei seiner Kritik: Das Center wirke wie eine "Stadt in der Stadt" und schotte sich vom Umfeld ab. Kleine Geschäfte und Restaurants drohten "eben auch durch diese Konsumtempel an den Rand gedrückt zu werden".
 
                  
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