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Ein Lobbyist für die Jugend

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Es sieht noch ein wenig spartanisch aus im ersten Stock des alten Schwaigerner Bahnhofgebäudes. Die Küche fehlt noch, das Büro auch. Und die weißen Wände wirken noch ziemlich kalt ohne Bilder. Nur im Jugendraum lädt eine Sitzgruppe bereits zum Fläzen und ein Tischkicker zum Spielen ein. Jochen Wagner heißt der Mann, der dem Ganzen neues Leben einhauchen soll. Nicht nur den Räumen.

Seit Januar ist der 36-Jährige Kinder- und Jugendreferent der Stadt Schwaigern. Überall wo er hinkommt, wird er mit offenen Armen empfangen. Das hat er in seinen ersten Wochen erfahren. Kontakte knüpfen steht für ihn im Fokus.
Bereits vor über vier Jahren hat sich der Gemeinderat mit dem Thema befasst und eine Rahmenkonzeption für die offene Kinder- und Jugendarbeit erstellt. Damals kam jedoch die Wirtschaftskrise dazwischen. Das Konzept verschwand im Schreibtisch. Nun holte man es wieder heraus.

 

Jugendarbeit

"Es ist wichtig, dass man den Jugendlichen einen Raum überlässt, in dem sie für sich sein können", sagt Hauptamtsleiter Karl-Heinz Seußler. Jochen Wagner sieht sich als Begleiter und Moderator. "Es braucht einen Lobbyisten für die Jugendlichen, ohne dass man ihnen Kompetenzen wegnimmt." Impulse überlässt er deshalb lieber ihnen. "Ich möchte sie motivieren, dass sie Verantwortung übernehmen."

Zwei jugendliche Gruppen haben sich im Bahnhofsgebäude, in dem auch die Jugendhilfe im Lebensfeld (Jule) oder der Verein Storchennest untergebracht sind, inzwischen eingerichtet und eine Hausordnung aufgestellt. Eine der beiden sechs bis zehn Personen starken Gruppen hat bereits klare Vorstellungen geäußert. Wagner: "Sie wollen sich im Gemeindewesen engagieren." Etwa bei der Hausaufgabenbetreuung. Der Sozialpädagoge weist darauf hin, dass die Räumlichkeiten Platz für weitere Gruppen bieten.

 

Neues Konzept

Die Jugendarbeit soll ein Offenes Netzwerk sein. "Sie möchte auch Kooperationen mit Vereinen und den Kirchen eingehen", sagt Seußler. Wagner will Handlungskompetenzen vermitteln und Kooperationsprojekte mit den Schulen entwickeln. "Beratung, Unterstützung, Ausbildung" sind seine Schlagworte.

Er denkt an dreitägige Ausbildungen von Schülern zu Jugendbegleitern, so dass Jugendliche anschließend ihren Altersgenossen bestimmte Dinge, die sie in einer Kreativ-AG oder einer Hip-Hop-AG gelernt haben, weitergeben. "Durch dieses Konzept sind wir flexibel und können auf die Jugendlichen gut eingehen", ist Karl-Heinz Seußler überzeugt. Jochen Wagner hat im Gespräch mit Vereinen bereits weiteren Bedarf erkannt: "Im Jugendbereich brauchen die Vereine ein Vernetzungsforum." Hier will er ebenfalls mithelfen, ein solches einzurichten.

 

Bedürfnis gedeckt

Der Gemeinderat hat Jochen Wagner, der sich in der jüngsten Sitzung vorgestellt hat, mit offenen Armen empfangen. "Die Stelle lag lange brach, und die SPD musste mehrere Anläufe nehmen. Wir sind deshalb froh, dass er jetzt da ist", sagte Andrea Vollmer (SPD). Auch Hans-Joachim Janus (FWV) zeigte sich "froh, dass Jochen Wagner seine Arbeit begonnen hat". Und Bürgermeister Johannes Hauser erklärte: "In unserer Gesellschaft ist das Bedürfnis vorhanden, dass es eine solche Stelle gibt."

               

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