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Getüftel ohne Grenzen

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Kinder und Jugendliche forschen anders. Darin sind sich die Organisatoren des Regionalwettbewerbs "Jugend forscht" in Künzelsau einig. "Das ist doch utopisch", würden viele Erwachsene denken, während Kinder einfach mal loslegen, sagt Silvia Böhler, Wettbewerbsleiterin und Lehrerin. "Kinder und Jugendliche gehen spielerischer und offener ran. Wir Erwachsene haben schnell verschiedene Grenzen im Kopf. Für die Betreuungslehrer ist das deshalb auch nicht immer einfach."

Bernd Ludwig, Patentbeauftragter des Wettbewerbs, sieht das ähnlich: "Wir stellen immer wieder fest: Aus dieser kindlichen Neugier entsteht richtiger wissenschaftlicher Wissensdurst."

 

Patent angemeldet

So entstehen aus simpler Neugier komplexe Dinge wie eine Blinkeranlage fürs Fahrrad, ein Ansaugschutz für Sauganlagen in Schwimmbädern, Papiertonnen mit Reißwolffunktion oder Spülungsstopps für verstopfte Toiletten. Auch Sarah Schellmann (18) aus Ailringen und Marco Ostertag (17) aus Westernhausen präsentieren ihr selbsterfundenes Produkt in der Reinhold-Würth-Hochschule: einen Rasentrimmmäher.

"Wenn man nach dem Mähen entlang einer Mauer extra mit der Schere nachschneiden muss, nervt das ganz schön", sagt Sarah. Drei Monate lang werkelten die beiden Auszubildenden der Ingelfinger Firma Gemü an ihrem Rasen-Alleskönner. Sarah: "Das Getüftel macht am meisten Spaß. Wir mussten ziemlich viel immer wieder neu machen und Variationen ausprobieren." Jetzt ist das Gerät als Gebrauchsmuster beim Patentamt eingetragen. Durchschnittlich meldet Ludwig zwei bis drei Patente im Jahr an.

 

Nützliches für den Alltag

Um kleinere, aber im Alltag nicht weniger wichtige Dinge geht es bei dem Schraubenlöser-Set, das zwei Ziehl-Abegg-Azubis ausgeklügelt haben. In ihrer Lehrwerkstatt war wieder einmal ein Schraubenkopf rund – herausdrehen aussichtslos. Wirklich?

"Mit diesem Schlitzschleifer klappt es. Er macht einen Schlitz in den kaputten Schraubenkopf, sodass man diesen mit einem Schraubendreher wieder herausbekommt", erklärt Tim Leuser (18) aus Krautheim-Neunstetten.
Und falls eine Schraube so sehr abgebrochen ist, dass weder Schlitz noch Linksausdreher helfen, setzen Tim und sein Teamkollege Patrick Östreicher aus Braunsbach-Zottishofen ihre selbst entwickelte Hülse an: "Das ist eine Führung für den Linksausdreher. Mit dieser geht es dann", sagt Patrick. Er fügt hinzu: "Das Tolle ist, dass das etwas total Nützliches ist. Schrauben sind ja wirklich überall."

Als eines der drei Regionalsieger-Teams im Bereich Technik treten die beiden  in drei Wochen beim Landeswettbewerb in Fellbach an. Im Mai wird es dann vielleicht richtig ernst: Dann folgt die Kür des bundesweiten Gewinners.

                            

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