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Spektakuläre Fassade

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Wer in den kommenden Jahren mit einem Ballon oder Hubschrauber über Neuenstadt schwebt und zufällig auch noch ein Smartphone mit Barcode-Scanner dabei hat, erlebt eine Überraschung. Denn der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung eine ganz besondere Fassade für das neue Parkhaus am Bahnweg genehmigt.
 

Code: Neuenstadt

Sie besteht aus Fischbauch-Lamellen, die in der Mitte dicker sind und an den Seiten dünn auslaufen. Sie können um jeweils 15 Grad gedreht werden, so dass an der Außenwand dank des Spiels mit Licht und Schatten hellere und dunklere Stellen entstehen. Diese wollen die Kocherstädter so anordnen, dass der Barcode (vergleichbar mit dem im Supermarkt) für das Wort "Neuenstadt" entsteht. "Sowas gibt es sonst nur in Großstädten, vor allem in China", erklärte Bürgermeister Norbert Heuser begeistert.
 
Die Kosten in Höhe von acht Millionen Euro für das gesamte Projekt inklusive zweier Lebensmittelmärkte ändern sich dadurch nicht. Ein Mehrbetrag in Höhe von 20 000 Euro entsteht durch Betonteile, die unter dem ehemaligen WEG-Gebäude gefunden wurden und jetzt dem Bagger anheim fallen. Keine Zusatzkosten – ein guter Grund für den Gemeinderat, die kleine Spielerei durchzuwinken. "So eine Fassade ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal", sagte Hilde Gäckle (SPD).
 

Kein Las Vegas

Eintönig wird das neue Gebäude insgesamt nicht. Dafür soll auch ein spezielles Lichtkonzept sorgen. Das legte der Rathauschef dem Gremium zunächst nur zur Ansicht vor. Über seine Umsetzung entscheiden will der Gemeinderat dann, wenn feststeht, wie teuer die Leuchtstäbe sind, die die Fassade zieren sollen.
 
"Wir wollen aus Neuenstadt kein Las Vegas machen", betonte Heuser. Das Licht ist individuell steuerbar. Die Stäbe nehmen jede Farbe an, die der Techniker ihnen vorgibt. "Wir könnten also auch eine blaue Phase einläuten", scherzte der Bürgermeister. Zu überlegen sei außerdem, ob die Stadt das Licht ab 22 Uhr komplett abschaltet, damit die Anwohner nicht gestört werden. "Ich tendiere dazu, die Seiten des Parkhauses gar nicht zu beleuchten", sagte Norbert Heuser.
 

Sicherheit

Auch dieses Konzept fand Anklang beim Gemeinderat. "Ein bisschen Farbe ist immer gut", erklärte Helmut Ritter (CDU). "Aber das Parkhaus sollte nicht zu kunterbunt werden. Schließlich kommen die Farben von Aldi und Edeka auch noch dazu." Heidemarie Kupfer (SPD) mahnte, die Nachbarn nicht zu belästigen. "Die Leuchten brennen nicht die ganze Nacht durch", beruhigte sie der Rathauschef. "Wir verschwenden keine Energie."
 
Wenn jemand das Parkhaus spätabends betritt, gehen die Lampen im Inneren allerdings an. "Das Gebäude ist schließlich kein Rückzugsgebiet für Leute, die man dort nicht haben will", wusste Heuser. Auch in Sachen Sicherheit wolle man kein Risiko eingehen. Oder gar Überfällen Vorschub leisten. Thomas Haldenwanger (CDU) interessierte sich dafür, ob die Leuchten ausreichend vor Randalierern geschützt sind. "Gegen pure Gewalt gibt es kein Allheilmittel", gab der Rathauschef zu. Die Stäbe hingen längs an der Unterkonstruktion. Wer absichtlich etwas kaputt machen wolle, schaffe das auch.
 

Gut in der Zeit

Was den Bau der beiden Lebensmittelgeschäfte in der Nachbarschaft betrifft, liege man gut in der Zeit, informierte Jürgen Mahl von der gleichnamigen Projektsteuerungsfirma. Die Eröffnung des Parkhauses könne sich allerdings um einige Wochen verschieben. Eigentlich sollte die oberste Etage Ende des Monats in Betrieb gehen. Wegen des kalten Wetters in den vergangenen Monaten konnten die Arbeiter jedoch nicht richtig betonieren. Mahl: "Spätestens Ende April sind wir aber fertig."
                                                        

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