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Elektronische Tickets im NVH

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Mit Bus und Bahn fahren, ohne ständig nach Kleingeld suchen oder immer wieder neue Fahrkarten lösen zu müssen: Das funktioniert seit 2007 im Hohenlohekreis mit der Kolibri-Card. Die Zielgruppe sind Gelegenheitsfahrer. Wer ein- und umsteigt, meldet sich an und ab. Dazu muss man sein persönliches Ticket nur an ein lasergesteuertes Lesegerät halten. Die Fahrstrecken werden elektronisch erfasst, die Tarife vom Kundenkonto abgebucht. Fachbegriff: E-Ticketing.

 

Elektronisches Ticket-System

1497 Gelegenheitsfahrer nutzen derzeit dieses Angebot im Bereich der Nahverkehrsgesellschaft des Hohenlohekreises (NVH). Bis zu 200 Fahrten pro Tag werden auf diese Weise registriert und abgerechnet. "Wir wollen schon in Kürze die 5000er-Marke überschreiten", sagt Werner Spachmann, beim NVH zuständig für Organisation, Fahrdienstleitung und Planung. Dieses Ziel könnte erreicht werden, weil das elektronische Ticket-System seit diesem Jahr auch im Stadt- und Landkreis Heilbronn funktioniert. "Das war ein großer Hemmschuh", so Spachmann. Wer etwa mit dem Zug von Öhringen nach Heilbronn fahren wollte, kam mit dem E-Ticket Marke Kolibri nur bis Scheppach.

Die Nahverkehrsgesellschaft des Kreises Schwäbisch Hall war der Vorreiter des E-Ticketings: in ganz Baden-Württemberg. 2006 kam die Kolibri-Card. Der Hohenlohekreis fand: Das ist eine dufte Sache – und sprang 2007 auf. Seitdem können Bus- und Bahnfahrer, die weder Schüler noch Stammkunden sind, in beiden Kreisen bequem mit einer Karte reisen und bezahlen. Das Problem: Stadt- und Landkreis Heilbronn sind zwar Partner im regionalen Tarifverbund Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehr (HNV), der seit 1. April 2005 besteht. Doch Kunden, die eine Kolibri-Card hatten, konnten damit nicht gen Westen fahren. Jetzt verfügt der HNV auch hier über ein geschlossenes System. Bordrechner, Chipkartenleser und Terminals sind flächendeckend vorhanden.

 

Vorteile

Spachmann nannte gestern im zuständigen Ausschuss des Hohenloher Kreistags die Vorteile des E-Ticketings: Der Kunde könne ohne Bargeld Bus und Bahn fahren und müsse nicht alle Tarife im Kopf haben. Es gebe einen Rabatt von rund 25 Prozent. Die lästige Kleingeldsuche entfalle. Das Ticket sei nicht an ein Verkehrsmittel gebunden. Die Fahrer würden entlastet. Und: Der ÖPNV erhalte wichtige Planungsdaten – "natürlich im Einklang mit dem Datenschutz".

Das neue Kind heißt "E-Ticket HNV". Es löst die Kolibri-Card ab. Der Nahverkehr Hohenlohekreis hat aber nicht nur die Gelegenheitsfahrer im Blick. Die 12 000 Schüler und 2500 Abo-Kunden sollen im Laufe dieses Jahres ebenfalls einheitliche elektronische Ticket bekommen. Bisher müssen sie ihre Karten jeden Monat tauschen. Die neuen werden fünf Jahre gültig sein. "Die Umsetzung erfolgt schrittweise", sagt Spachmann.

 

Pilotphase an Schule

Ab April wird eine Schule im Kreis das neue System testen. "Nach dieser Pilotphase werden alle Schülermonatskarten ausgetauscht." Dann hätten Schüler in ihrer "Laufbahn" nur noch maximal drei Karten: eine für die Grundschule und zwei weitere von Klasse 5 bis 9/10 und Klasse 11 bis 13. Auch die Standseilbahn in Künzelsau soll in das elektronische Ticket-System eingebunden werden.

                           

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