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Klagen über Raser im Kreuzgrund

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Anwohner des Kreuzgrunds in Böckingen sind besorgt. Ihre Straßen, so der Vorwurf, werden als Rennstrecken missbraucht. Jugendliche würden sich ein Rennen liefern. "Wir glauben, dass einer die Saarlandstraße hochfährt und der andere durch den Kreuzgrund. Oben wird dann geschaut, wer schneller ist", sagt ein Bewohner.
 
Die Straße "Im Kreuzgrund" liegt parallel zur Saarlandstraße. Erlaubt sind hier höchstens 30 Stundenkilometer. Außerdem ist die Straße nur für Anlieger frei. Abgesenkte Bordsteine und weit in den Gehweg hinein eingezeichnete Parkflächen würden das Rasen erleichtern anstatt zu verhindern. Es fehle an Tempo-30-Schildern und Fahrbahnmarkierungen, sagen etliche im Kreuzgrund.
 

Aufprall

Vor wenigen Tagen war es im Kreuzgrund zu einem heftigen Unfall gekommen. Laut Polizeibericht prallte ein 19-jähriger Autofahrer gegen einen geparkten Wagen, der mehrere Meter verschoben wurde und durch den Aufprall auf der Fahrerseite landete. Drei weitere Fahrzeuge wurden beschädigt. Die Polizei vermutet, dass der Fahrer deutlich schneller fuhr, als die erlaubten 30 Stundenkilometer.
 
Es sei ein bestimmtes Klientel, das da durchfahre, sagen die Nachbarn im Viertel. Meist wären es junge Leute. Abgefahrene Außenspiegel seien die Regel. Es sei zu Nötigungen gekommen. Die Anwohner fürchten eingeschlagene Autoscheiben oder Schlimmeres. Deshalb wolle sie ihre Namen nicht in der Zeitung lesen. "Da hat sich ein rechtsfreier Raum gebildet", lautet der Vorwurf eines Anwohners.
 

Regelmäßige Messungen

Der Heilbronner Polizei sind derartige Vorfälle nicht bekannt. "Uns wurden in letzter Zeit sehr wenig Beschwerden aus dem Bereich Kreuzgrund gemeldet", sagt Polizeisprecher Harald Schumacher. Bei Geschwindigkeitsmessungen mit einer Laserpistole wäre nichts herausgekommen. Den Anliegerverkehr zu kontrollieren, wie von Anwohnern gefordert, sei schwer umzusetzen. "Es gibt zahlreiche Gründe, warum man durch eine Anliegerstraße fahren kann."

Der Stadt sind die Beschwerden bekannt. Man gebe es regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen, sagt Pressesprecher Christian Britzke. Es gebe Auffälligkeiten, von einer Häufung könne man aber nicht sprechen. Um einen Schilderwald in Wohngebieten zu vermeiden, seien Tempo-30-Schilder nur bei der Zufahrt aufgestellt worden. "Das Amt für Straßenwesen prüft, ob in der Straße eine zusätzliche Bodenmarkierung aufgebracht werden kann."


Im Stich gelassen

Das halbseitige Parken auf den Bürgersteigen musste erlaubt werden, um auch dem Lieferverkehr die Durchfahrt zu ermöglichen. Die Tempomessungen würden belegen, dass dort nicht überdurchschnittlich häufig gerast werde.
Die Bewohner fühlen sich dennoch von der Stadt und dem Ordnungsamt im Stich gelassen. Der Kreuzgrund werde stiefmütterlich behandelt, sagen die Anwohner. Das sieht man bei der Stadt anders. "Das Ordnungsamt reagiert auf Hinweise von Bürgern", sagt Britzke.
 
Dennoch wolle man seitens der Stadt auf die Vorwürfe reagieren. "Das Ordnungsamt wird aufgrund der Auffälligkeiten in diesem Jahr weitere Messungen unternehmen."
                              

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