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Prüfungsvorbereitung mit Autorin

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Es ist die Zeitspanne der Kreuzzüge um 1192. "Es war eine sehr harte, grausame Zeit", führt Mirjam Pressler in ihre Lesung vor Schülern der Abschlussklassen der Realschule in Weinsberg ein. Sie hat das Theaterstück "Nathan der Weise" von Ephraim Lessing als Vorlage genommen, um ihren mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis ausgezeichneten Roman "Nathan und seine Kinder" zu schreiben. Das Buch ist in diesem Jahr Prüfungsthema an den Realschulen.

Weinsberg ist der Auftakt der Lesung an vielen Realschulen im Landkreis. "Die Lektüre ist bearbeitet, Schüler haben sich mit dem Inhalt auseinandergesetzt und mit der Spannung zwischen den Religionen, Personen und Charakteren beschrieben und dokumentiert, darauf folgte eine Klausur", teilt die Rektorin Rita Eichmann mit.
 

Sahnehäubchen für Prüfungsvorbereitung

Die Begegnung mit der Schriftstellerin sei sowohl ein Sahnehäubchen nach der Arbeit als auch eine besondere Prüfungsvorbereitung, meint sie. Die Autorin und Übersetzerin stellt die Figuren aus ihrem Roman vor, die in Ich-Form geschrieben sind.
 
Sie lässt aus ihrer Sicht ihre Lebenssituationen und das Geschehen des Hausbrandes in Jerusalem beschreiben, der zur Begegnung zwischen dem Tempelritter und der Tochter des Kaufmanns Nathan des Weisen führt. Da ist Elijahu, der Verwalter und Freund Nathans, er ist bei Nathans Ermordung dabei. Sie lässt Recha von ihrem Leben in Jerusalem erzählen und von dem Brand und ihre Rettung. Sie lässt den jungen Tempelritter Gestalt annehmen, von seiner Begnadigung vor dem Saladin berichten und deren Umstände. Ihre ruhige, tiefe Stimme nimmt die Schüler noch einmal mit hinein in Gedanken, Gefühlen und Handlungen, in die Geschichte von "Nathan und seine Kinder".
 

Tod und kein Happy End

"Warum haben Sie Nathan sterben lassen?" kommt prompt die Frage; denn da unterscheidet sich das Buch vom Theaterstück. Ein Roman sei anders als ein Theaterstück, antwortet Mirjam Pressler. "Nach meiner inneren Logik musste er sterben." Nathan sei aber der Vertreter der Toleranz, "heißt das, dass sie auch stirbt?", setzt ein Lehrer nach. Die Toleranz werde von Tochter Recha weiter getragen, meint die Autorin.
 
Auch das offene Ende zwischen dem Tempelritter und Recha wird angesprochen; da ist sie ebenfalls vom Original abgewichen. Aber ein "Happy-End" habe sie dennoch nicht vorgesehen, so die Schriftstellerin. "Haben die beiden eine Chance?", will eine Schülerin wissen. "Eher nicht", lautet die Antwort der Autorin. Sie gibt weiter Auskunft über das Recherchieren und Schreiben und verrät zum Schluss, dass einzelne Stellen im Buch durchaus biografische Züge hätten.
                                           

 

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