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Stahlzeit rockt in Heilbronn

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Alisa Zeeh (Neckarwestheim) hat ihren Freund Heiko Papert mitgebracht. Zwei Stahlzeit-Fans, die auch Rammstein schon erlebt haben. Begeistert von der Bühnenshow freuen sie sich, dass sie für das Meet & Greet ausgelost wurden. Zusammen mit Christopher Jäger und Alexander Herrmann (Öhringen), sowie dem 15-jährigen Benedikt Deininger (Lehrensteinsfeld), der seinen Vater dabei hat, werden sie von der Band mit Handschlag begrüßt. "Tolles T-Shirt", lobt Heli Reißenweber, der wissen will, wie es zum Treffen kam. Alisa erklärt, dass sie es der Jugendredaktion Stimmt! unserer Zeitung verdanken. Man plaudert, bekommt Autogrammkarten, noch ein Gruppenfoto und ab zum Konzert.

 

Heavy Metal und Elektro

Der Ruß der Vorhölle ist ihnen ins Gesicht geschrieben, den Musikern von Stahlzeit, allen voran dem Frontmann und Sänger Heli Reißenweber, der mit rollendem "R", tiefer Gesangslage und Gruselgrimassen dem Vorbild Till Lindemann recht nahe kommt. Musikalisch voll im Einsatz sind die Gitarristen Roland Hagen und Matthias Sitzmann, sowie Samir Elflein am Bass und Thomas Buchberger am Schlagzeug. Szenisch sind sie eher von untergeordneter Bedeutung, während der zum blutleeren Dracula stilisierte Keyboarder Thilo Weber den androgynen Gegenspieler mit Gothic-Touch gibt.
 
Das Saal-Licht erlischt, die Rotoren setzen sich in Bewegung, Riesenventilatoren blasen Rauch über die Bühne. Noch schweigen die Scheinwerfer-Batterien, allein das überdimensionierte Dröhnen des Herzschlags zieht das 800-köpfige Publikum in Bann. Die Mehrheit kennt Texte und Rituale. Brachiales "Herzklopfen", ironisch der Marsch "Links 2, 3, 4", suggestiv der Mix aus Heavy Metal, elektronischer Musik und Klangeffekten in "Asche zu Asche". Wie ein Ur- und Aufschrei kommt der Titel "Mutter" daher. Wird in Texten vieldeutig mit teutonischer Symbolik und rechten Gewaltmetaphern kokettiert, zieht sich das Spiel mit dem Feuer durch die gesamte Inszenierung.
 

Sicherheitsabstand für Publikum

Vom Aufmarsch mit Fackeln über Duschen aus Funken, Explosionen, die mal wie Kometen aus dem Bühnenhimmel fliegen und die Erde verbrennen, mal, wie im Titel "Benzin", als Feuersäulen nach oben schießen, bei jedem Refrain rhythmisch genau und brandgefährlich: ein Sodom und Gomorrha mit Sicherheitsabstand fürs Publikum.
 
Fast poetisch wirkt der Stunt mit dem brennenden Mantel, der nicht nur an das Flugunglück in Ramstein erinnert, sondern auch zum namengebenden Stück der Band Rammstein wurde. Ein Schelm der an einen Satansbraten denkt, wenn Dracula in einem Riesen-Kochtopf erst tranchiert und dann mit Feuerwerfern flambiert wird. Der brandheiße Flirt mit Rauchfang und Fegefeuer macht Laune. Frei vom Drill wird locker abgerockt. Die perfekte Bühnenshow fasziniert, denn hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt.    
                                                   
 
 

 

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