Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Neckartreppen Bürgern zurückgeben

zurück zur Übersicht

Werden die neu gestalteten Neckartreppen samt Neckarbühne an der Unteren Neckarstraße bald der breiten Bevölkerung zurückgegeben? Nachdem sich die Szene aus Trinkern und Drogenabhängigen den schönen Platz als täglichen Treff ausgesucht hatte und viele Bürger eher einen Bogen darum machten, gibt es nun ein neues Konzept. Man wolle kurzfristig erreichen, Neckartreppen und Neckarbühne "zu beleben und attraktiver zu gestalten", sagte Bürgermeister Harry Mergel gestern auf Anfrage. Gleichzeitig soll es einen Alternativstandort für die Trinkerszene geben.
 

Hausrecht für Gastronomen

In einer "konzertierten Aktion" mit Polizei, Stadtinitiative, Heilbronn-Marketing (HMG), Streetworkern, Aufbaugilde und ansässigen Gastronomen hat die Stadt nach Lösungen gesucht. Jetzt steht fest: Die für rund 1,1 Millionen Euro umgestaltete Fläche soll ab April an die Gastwirte vermietet werden, die dort Mobiliar für Außenbewirtschaftung aufbauen. Zudem erhalten sie Hausrecht und können Schilder aufstellen, dass mitgebrachte Getränke nicht konsumiert werden dürfen. Stadtinitiative und HMG wollen die Bühne zudem verstärkt nutzen, das Programm ausbauen
 
Die Trinkerszene wiederum soll auf eine Wiesenfläche rund 250 Meter weiter umziehen. Ein mit Birken bepflanztes Areal hinter dem Eisstadion hat die Stadt auserkoren. Sitzgelegenheiten mit oben abgeflachten Baumstämmen sind geschaffen, eine mobile Toilette ist aufgebaut, Abfallkörbe sollen installiert werden. In Abstimmung mit den Streetworkern sei dies erfolgt, betont Mergel, der den Standort als "echte Alternative" sieht. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass Ordnungsdienst und Polizei die neuen Regelungen kontrollieren, verstärkt Präsenz zeigen werden.
 

Ins Essen gespuckt und angepöbelt

Begeistert ist Stadtfischer-Gastwirt Köksal Kilic. "Wir freuen uns, dass wir eine solche Unterstützung von der Stadt bekommen." Wenn man die Fläche an den Neckartreppen gastronomisch nutzen könne, "ist das Problem sauber gelöst". Kilic berichtet, wie Gäste angepöbelt worden seien, wie ein Szenemitglied tagsüber an seine Hausfassade uriniert habe oder Gästen ins Essen gespuckt worden sei, weil sie keine Zigarette verschenkt hätten. Besucher seien deshalb weggeblieben. "Ich warte auf diesen Tag seit sieben Jahren. Jetzt können wir aufblühen", ist er Feuer und Flamme für das Projekt. Halligalli oder laute Verstärkermusik sei nicht geplant. Man nehme Rücksicht auf die Anwohner, verspricht er.
 
Mittelfristig soll auf dem Areal mehr entstehen. Das Baudezernat soll ein Konzept erarbeiten für eine Nutzung, die vom Bollwerksturm über die Untere Neckarstraße bis zur Experimenta reicht. Denn wenn der Erweiterungsbau der Experimenta entsteht, muss über eine Verlagerung des Biergartens nachgedacht werden, blickt Harry Mergel auf die Zeit spätestens ab etwa 2015.
                                                                       

Galerien

Regionale Events

Nightshopping

Am 29. Oktober öffnen die Heilbronner Geschäfte bis 22 Uhr ihre Türen.