Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Jugendliche werden freizügiger

zurück zur Übersicht

"Das waren leicht verdiente 100 Euro, die ich am nächsten Tag vershoppt habe." So spricht Lisa Müller aus Illingen über ihren ersten Sex-Job als 14-Jährige. Begonnen hat alles mit einem simplen Kräftemessen – vereinbart mit einer neuen Klassenkameradin: Wer bekommt mehr Männer ab.

Für viele ein unvorstellbares Wetteifern, welches aber immer mehr in Mode kommt. "Unnötige Wettrennen um die Anzahl an gehabten Jungs bekommt man öfter im Umkreis mit. Ich finde so etwas jedoch billig und eklig", sagt die Schülerin Büsra (17) aus Heilbronn.
 

Freizügig im Internet

Sich im Internet sowie auch persönlich unbekannten Menschen freizügig zu zeigen, scheint für viele junge Menschen kein Problem zu sein. Wer einen Blick in die Foto-Community-App Instagram wirft, findet ganz leicht ein paar Bilder von jungen Mädchen, für die es anscheinend kein Problem ist, sich in Unterwäsche oder nackt zu zeigen.
 
Ist unsere Jugend wirklich so würdelos geworden? Anscheinend schon: Junge Menschen, die ihren Körper zur Schau stellen, um von allen Seiten Aufmerksamkeit zu bekommen. Jugendliche, die sich nach einem aufregenden Wochenende stolz ihre Bettgeschichten in der Schule berichten. Dies alles scheint Normalität geworden zu sein, doch der Preis solcher Freizügigkeit ist hoch: Wer weiß, wer alles das "privat" gesendete Nacktbild auf Whatsapp sieht? Schnell ist es auf den Mobiltelefonen der Hälfte der Schule. Egal ob Wetten um sexuelle Begierde, freizügige Bilder oder naive Selbstlosigkeit: Unsere Jugend scheint im Rausch der Fotos unterzugehen.
 

Peinliche Fotoaufnahmen

Doch es besteht Hoffnung: Einige Jugendliche können sich dieser grenzenlosen Naivität entziehen. "Mädchen oder Jungen, die sich so benehmen, haben meiner Meinung nach keine Würde", meint die 17-jährige Heilbronnerin Tamara. Um nicht selbst in die Situation von peinlichen Fotoaufnahmen zu kommen, sollte man sich wohl am besten bewusst sein, dass ein einmal im Internet veröffentlichtes Foto nicht mehr verschwindet.
 
Dies seinen Freunden klar zu machen, welche möglicherweise aufreizende Bilder von sich im Netz haben, wird womöglich auch ihnen die Augen öffnen. Wie mittlerweile viele andere junge Menschen, kam auch Lisa zur Vernunft: Nach vier Jahren Prostitution hat sie erkannt, dass es verkehrt ist, sich für Geld zu verkaufen. Heute ist sie sich bewusst, dass sie in den Jahren sehr viel Glück hatte.
                   

 

Galerien

Regionale Events

Barrierefreie Lesung

Hasnain Kazim liest in der Stadtbibliothek im K3 Heilbronn aus „Mein Kalifat“.