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Kein Vertrauen in die Bahn

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Der Heilbronner Hauptbahnhof wird für 5,5 Millionen Euro modernisiert. Unter anderem werden Bahnsteige verkürzt und es wird die Ausstattung erneuert. Die Stadt beteiligt sich an den Gesamtkosten mit 2,1 Millionen Euro.

Die Modernisierung des Heilbronner Hauptbahnhofes kommt die Stadt Heilbronn teuer zu stehen: Statt der kalkulierten Gesamtkosten von rund 3,7 Millionen Euro (2009) kletterten die Aufwendungen nunmehr auf 5,5 Millionen Euro. Der Anteil der Kommune erhöht sich von einer Million auf 2,1 Millionen Euro. Über diese Entwicklung waren am Mittwoch weder Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach noch der Gemeinderat erfreut: Den Verantwortlichen der Bahn müssen die Ohren in diesen Minuten besonders laut geklungen haben. Vor allem erboste, dass die Planungskosten zu 100 Prozent von der Stadt getragen werden müssen: "Das ist schwer nachvollziehbar", urteilte Himmelsbach.
 

Viel teurer

Verärgert waren die Heilbronner Kommunalpolitiker auch darüber, dass die Kommune die Umgestaltung der hässlichen Unterführung zu den Gleisen aus eigener Tasche bezahlen muss – immerhin 400 000 Euro (siehe Kasten unten). Die Stadt tut dies, weil die gestalterischen Ansprüche der Bahn an Unterführungen nach Einschätzung der Verwaltung "nicht besonders hoch sind", die Besucher der Bundesgartenschau aber in einem gut aussehenden Bahnhof empfangen werden sollen. "Durch uns bekommt der Hauptbahnhof eine neue Qualität", erteilte Oberbürgermeister Himmelsbach der Bahn einen Seitenhieb.

Nach Ideen des Heilbronner Architekturbüros Mattes Sekiguchi soll die Passage mit hinterleuchteten Fotowänden mit austauschbaren Heilbronner Motiven wie beim Haus der Stadtgeschichte gestaltet werden. Ein Wettbewerb für die Glasgestaltung soll Ende 2014, Anfang 2015 ausgeschrieben werden, sagte Johannes Straub, Leiter des städtischen Hochbauamtes.
 

Die Modernisierung des Heilbronner Hauptbahnhofes sieht folgende Einzelmaßnahmen vor:


Bahnsteige
Aus Gründen der Barrierefreiheit werden sie von 38 Zentimeter auf 55 Zentimeter angehoben. Die Bahnsteige 1 und 6/7 werden von derzeit 400 Meter auf 170 Meter verkürzt, die Bahnsteige 2/3 und 4/5 werden auf 210 Meter zurückgebaut. Damit ist sichergestellt, dass Fernverkehrszüge bis zu dieser Länge halten können.


Ausstattung
Erneuert werden Wetterschutzanlagen, Bahnsteigmobiliar, Beschilderung, Überdachungen und die Beleuchtung sowie die Treppen aus der Unterführung. Bereits 2012 hatte die Bahn vier neue Aufzüge installiert, ohne dabei auf Geschmack zu achten.

Mit den Arbeiten will die Bahn noch in diesem Jahr beginnen. Abgeschlossen werden soll die Baumaßnahme dann Ende 2018, wenige Monate vor Eröffnung der Bundesgartenschau am 26. April 2019. Dazu OB Helmut Himmelsbach: "Das ist der absolute Endzeitpunkt. Wir werden den Druck nicht herausnehmen. Je früher, desto besser."

 

Hintergrund: Geschichte

Der als Kopfbahnhof gebaute erste Heilbronner Bahnhof an der Bahnhofstraße war ab 1848 Endbahnhof der Württembergischen Nordbahn. Beim verheerenden Luftangriff am 4. Dezember 1944 brannte das Gebäude vollständig aus. Am 29. Januar 1945 fuhren eingleisig Züge wieder ein. Bis 1957 hat sich die Bahn mit dem Neubau Zeit gelassen; sie begnügte sich mit Provisorien. 1958 wurde das neue Gebäude von OB Meyle eingeweiht. Die Bauleitung hatte Hellmut Kassel. 
                 

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