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Jugendliche über Wahlen

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Nein, Kommunalpolitik ist nicht gerade das Zauberwort, das Jugendliche von den Stühlen reißt. Das zeigte sich schnell beim HZ-Talk in der Kaufmännischen Schule in Öhringen. Moderiert von HZ-Redaktionsleiter Ralf Reichert diskutierten Schüler mit Kommunalpolitikern, warum das so ist. Denn eigentlich ist es ja ganz spannend, was man als Bürgermeister (Torsten Kunkel, Pfedelbach) oder Kreisrat (Karlheinz Börkel, Schöntal) erlebt. Auch auf Stadträte warten viele Überraschungen, egal, ob schon lange dabei (Irmgard Kircher-Wieland, Öhringen) oder noch nicht so lange (Katharina Krehl, Öhringen).
 

Engagement

Interesse Doch obwohl viele Themen wie Nahverkehr oder Schulhausbau die Schüler täglich betreffen, engagieren sich nur wenige wie Anja Ehemann im Jugendgemeinderat (Künzelsau). Die meisten Jugendlichen interessieren sich kaum für Politik, wie auch ein von der Klasse witzig gemachter Clip deutlich zeigte. Insgesamt elf Arbeitsgruppen bereiteten intensiv das Thema vor. Vertreten wurden sie auf dem Podium von Tom Zinßer und Samuel Schmid (BFW1/2) und Micha Müller (WG).

Immerhin wurde die Gruppe der erklärten Nicht-Wähler im Verlauf der Veranstaltung kleiner. Denn nach dem Talk sagen nicht nur Benjamin Kitsche: "Wir haben jetzt mehr Einblick." Auch Vincent Krieg fand das Projekt "interessant". Dass die meisten Schüler die (erwachsenen) Podiumsteilnehmer nicht kannten, findet Katharina Krehl, Stadträtin und Lehrerin, wenig bedenklich: "Das zeigt, dass wir in der Kommunalpolitik gute Arbeit machen." Laufe etwas falsch, schauen die Leute schon genau hin, weiß auch Karlheinz Börkel und erinnert an die Diskussionen um die Deponie. Ansonsten aber finden Ratssitzungen eher unbeachtet statt, moniert Ralf Reichert. Gemeinderatssitzungen an Schulen könnten sich die Diskussionsteilnehmer durchaus vorstellen.
 

Themenvielfalt

Welche Themen interessieren Jugendliche? Bei Tom Zinßer ist das der Nahverkehr und der schlechte Zustand der Straßen. Micha Müller hätte gerne schnelles Internet flächendeckend. Anja Ehemann beklagt, dass der letzte Bus in Künzelsau um 22 Uhr fährt. Und Samuel Schmid hätte gerne saubere Ortschaften. Alles Dinge, für die ein Bürgermeister (mit seinem Gemeinderat) zuständig ist, wie Torsten Kunkel versichert

Was kann man als Kommunalpolitiker erreichen? Wie viel Lust, wie viel Frust macht der Job? "Ich habe schon oft Prügel bekommen. Die tun − körperlich − nicht weh. Wenn man etwas erreicht hat, freut man sich dafür umso mehr", weiß Irmgard Kircher-Wieland, die noch große Freude am Ehrenamt hat. Auch Katharina Krehl blickt auf Erfolgserlebnisse zurück und freut sich, dass zwischenzeitlich Umweltaspekte ohne Nachhaken in den Sitzungsvorlagen berücksichtigt sind. Alle wünschen sich eine größere Beteiligung der Jugendlichen.
 

Für die Wahl begeistern

Wobei Kunkel weiß, dass die Jugend mitarbeitet, wenn man sie lässt und fordert. Nicht nur in Form eines Jugendgemeinderats, der in Künzelsau mittlerweile nur noch ein Jugendrat ist, wie Anja Ehemann bedauert. "Das Wahlrecht ist das höchste Gut der Demokratie", betont Börkel, dem der Tag gezeigt hat: "Wir müssen noch viel bei den Jugendlichen tun." Dabei geht es um weit mehr, als nur das komplizierte Wahlsystem zu erklären, wie die Jugendlichen mit ihrer Begeisterung für das Projekt ganz deutlich machten.
                        

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