Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Deutsch glücklich abgehakt

zurück zur Übersicht
Die Deutschlehrer hätten wetten können: Die meisten Realschüler greifen zur Pflichtlektüre. So gehen sie in der Deutsch-Abschlussklausur auf Nummer sicher, egal ob sie nun den umstrittenen Roman "Zweier ohne" von Dirk Kurbjuweit oder Max Frischs Klassiker "Andorra" auf dem Stundenplan hatten. Die anderen drei Themen bleiben fast unberücksichtigt. Mit Deutsch hat am Mittwoch die Realschulabschlussprüfung begonnen. In Stadt und Landkreis Heilbronn und im Hohenlohekreis sind es dieses Mal rund 2450 Prüflinge, Privat- und Abendrealschüler mit eingerechnet.
 

Leichte Lektüre

"Sieben Seiten innerer Monolog. Perfekt! Ich kann gar nichts anderes." Maximilian Fischer (15) strahlt glücklich, als er nach vier Stunden das Prüfungszimmer hinter sich lässt. 113 der 151 Prüflinge in der Heinrich-von-Kleist-Realschule Heilbronn haben sich wie Maximilian für "Zweier ohne" entschieden. Auch Lisa Hamann (16) ist hoch zufrieden, sie hatte sich von vorneherein auf das Buch festgelegt. "Es war einfach, leicht zu lesen", pflichtet ihr Naomi Rodrigo (17) bei, die Freundschaftsgeschichte hat den Mädchen gefallen.

Die Aufgabenstellung fanden auch die Deutschlehrer Gerhard Friedmann und Andreas Hofmann gut: Die Schüler mussten die Beziehungen einer der drei Hauptpersonen reflektieren. Daran lasse sich das ganze Buch abarbeiten, darauf waren alle Schüler vorbereitet. In Schulen, die "Andorra" als Pflichtlektüre gewählt hatten, musste ebenfalls ein innerer Monolog verfasst werden.
 

Auswendig

Kompendium Gar nichts konnten dagegen Muhammed Atikoglu (16) und Micha Feierabend (15) mit "Zweier ohne" anfangen. "Das Buch hat mich gelangweilt", sagt Muhammed. Die beiden schrieben wie 18 weitere HvK-Schüler lieber über das Kompendium, ihre Text- und Grafikensammlung zum Thema "Generation online − Leben in verschiedenen Welten?" Die Lehrer wunderten sich, dass ein "Beitrag" für eine Broschüre zu verfassen war − eine beliebige Textform, die alles Mögliche zulässt. Pedro Lagares (15) hat sein Kompendium nicht einmal zu Prüfung mitgenommen: "Man wusste langsam alles auswendig."

Das Gedicht "Einerlei" von Erich Fried hätten die Lehrer ihren Schülern nicht zugemutet. Inhaltlich sei es zu schwierig, eher etwas für Gymnasiasten: "Da waren wir uns alle einig", sagt Friedmann. Allzu wenig Möglichkeit, das Gelernte anzuwenden, habe der Text "Ein netter Kerl" von Gabriele Wohmann geboten. Entsprechend wenig Schüler widmeten sich diesen Aufgaben.
                  

Galerien

Regionale Events

Digitale Azubimesse

Mehr als 50 Unternehmen stellen von 14. bis 20. Februar ihr Aus- und Weiterbildungsangebot digital vor.

Neuer Impfpunkt

Die Stadt Heilbronn ergänzt ihr Impfangebot um die Harmonie.