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Ärger um Eisenbahnbrücke

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Die Deutsche Bahn (DB) hat es nicht geschafft, die Brücke in der Stauferstadt zum Start der Stadtbahn Nord am vergangenen Wochenende fertigzustellen. Woran es liegt und wann die Probleme behoben sind, darüber fühlen sich viele Beteiligte schlecht informiert. Landrat Detlef Piepenburg vermutet "gravierende Probleme, von denen wir nichts erfahren".

 

Irritiert


Im Oktober habe die DB versichert, dass die Arbeiten Anfang Dezember abgeschlossen sind, wenn die Witterung gut ist. Das Wetter sei tatsächlich mild gewesen, die Brücke aber immer noch nicht befahrbar. "Ich bin sehr irritiert", ärgerte sich der Landrat bei der Premierenfahrt am Samstag. Einen Tag vorher hatte die DB-Projektbau ihn per E-Mail von einer Fertigstellung am 30. April informiert - aber nur "voraussichtlich".

Dass die Deutsche Bahn nicht genauer wird, habe einen einfachen Grund: "Wir kommen in die Jahreszeit, die für Bauprojekte mit viel Unwägbarkeiten verbunden sind", erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Und gebaut werden müsse noch genug. Die Brücke liegt zwar inzwischen auf dem Widerlager aus neuem Stahlbeton. Jetzt müsse der Aushub hinter dem Lager so verfüllt werden, dass er der Belastung standhält. Zudem stünden Arbeiten an Oberleitung sowie der Leit- und Sicherungstechnik an.

Am Montag haben sich vor Ort die Wogen nicht geglättet. "Entweder ist die Informationspolitik der Bahn Dilettantismus pur - oder es steckt etwas anderes dahinter", sagt Hubert Waldenberger, Pressesprecher des Landratsamts. Zwar stehe Claus-Jürgen Renelt, der im Haus für die Stadtbahn zuständig ist, in ständigem Kontakt mit der Deutschen Bahn. Sowohl bei Telefonkonferenzen als auch bei persönlichen Gesprächen. Dennoch seien Informationen nur sehr kurzfristig geflossen oder erbetene Gespräche abgesagt worden. Seine Einschätzung: "Für uns ist die Brücke der Baustein in einem wichtigen Projekt. Für die Bahn eine Baustelle wie jede andere auch." Man müsse den beteiligten Firmen aber zugute halten, dass auch mal nachts und an Feiertagen gearbeitet worden ist.

 

Neue Planung


"Es wird nichts verzögert. Wir arbeiten unter Hochdruck", sagt dagegen der Bahnsprecher. Zu der massiven zeitlichen Verzögerung sei es gekommen, weil sich erst während Maßnahme gezeigt habe, "dass der Baugrund für das Ausmaß der neuen Brücke nicht geeignet war". Die Folge: Die Ingenieure mussten mit ihren Planungen noch einmal von vorne anfangen. Den Ärger aller Beteiligten könne die Bahn verstehen, so deren Sprecher weiter. "Aber niemand hält Informationen zurück."

Davon ist auch der kaufmännische Geschäftsführer der Albtal Verkehrs Gesellschaft (AVG), die die Stadtbahn betreibt, überzeugt. "Wir haben nicht den Eindruck, dass die Deutsche Bahn blockt", sagt Alexander Pischon. Die Probleme mit dem Baugrund seien bekannt. "Und die Bahn weiß, dass für uns jeder Tag wichtig ist", so der AVG-Geschäftsführer weiter.

Bad Wimpfens Bürgermeister Claus Brechter gibt die ganze Sache mehr als zu denken. "Noch zwei bis drei Wochen vor dem 13. Dezember hielt die Bahn den Termin für haltbar", äußerte er sich gestern gegenüber der Heilbronner Stimme. Er hat kein Verständnis dafür, dass nicht offen kommuniziert werde. "Entweder ist die Bahn schlichtweg unseriös oder es gibt habhafte Gründe, von denen wir alle nichts wissen", sagt er. Ansprechpartner für Brechter sei überwiegend das Landratsamt gewesen. Lediglich als es darum ging, dass die Ortsdurchfahrt zum Weihnachtsmarkt geöffnet ist, gab es ein persönliches Gespräch mit einem Bahn-Vertreter.

Inwiefern der Imageschaden wieder gutgemacht werden könne, resümiert der Rathauschef: "Es heißt: Die Zeit heilt alle Wunden." Doch das, was die Bahn der Bevölkerung jetzt zumute, sei ganz einfach "ein Unding".


 

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