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Alkohol an Minderjährige verkauft

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Das Ergebnis zeige "Licht und Schatten" heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung und liege etwas unter dem von früheren Kontrollen: Rund 34 Prozent der Verkäufer gaben hochprozentigen Alkohol an Minderjährige ab. Beim letzten Test im Juni diesen Jahres lag die Quote noch bei 40 Prozent. 

 

Geldbußen


Insgesamt 89-mal versuchten die minderjährigen Testkäufer in verschiedenen Geschäften, Tankstellen und Gaststätten hochprozentigen Alkohol zu kaufen. In 30 Fällen gelang ihnen das, obwohl das Jugendschutzgesetz dies eindeutig untersagt und Verstöße mit empfindlichen Geldbußen zwischen 200 Euro bis über 1000 Euro geahndet werden.

Im Hohenlohekreis wurden die Kontrollen erstmals durchgeführt. In drei von vier Fällen konnten die Jugendlichen Alkohol erwerben. Im Neckar-Odenwald-Kreis gab es lediglich bei knapp jedem fünften Kauf eine Beanstandung, im Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie im Main-Tauber-Kreis bei jedem dritten.

Im Juni vor der Fußball-WM hatten die Jugendschützer schon einmal Testkäufe durchgeführt. Damals hatte die Beanstandungsquote bei 40 Prozent gelegen. Fallen Verkaufsstellen wiederholt negativ auf, wird der Bußgeldsatz regelmäßig verdoppelt und bei völlig unverbesserlichem Fehlverhalten geht auch schon einmal ein Bericht an die Konzessionsbehörden.

 

Rechenprobleme


Eine schriftliche Anerkennung und den ausdrücklichen Dank der Ordnungshüter gab es hingegen für die Verkäuferinnen und Verkäufer, die es mit dem Jugendschutz ernst genommen hatten und einen Verkauf ablehnten.

Auffällig war einmal mehr auch, dass in vielen Fällen der Ausweis zwar verlangt und vermeintlich geprüft, aber dann der Alkohol trotzdem verkauft wurde. "Im Blick auf dieses Phänomen setzen wir auf unsere Alterskontrollscheibe, die das offenbar problematische Ausrechnen des Alters hinfällig macht", so Joachim Schneider, der Leiter des Referats Prävention beim Polizeipräsidium Heilbronn.

Finanziert werden diese einfachen aber äußerst wirkungsvollen Hilfen von Fördervereinen für Prävention in den Stadt- und Landkreisen, die allerdings noch nicht überall existieren.

 

Handlungsbedarf


Dass immer noch bei mehr als jedem dritten Testkauf Hochprozentiges an Jugendliche verkauft wird, macht für Joachim Schneider deutlich, dass hier weiterhin dringender Handlungsbedarf besteht. "Die Testkäufe sind nur ein Baustein in unserem vielschichtigen Präventionskonzept zum Schutz unserer Kinder und Jugendlichen. Solange wie vergangene Woche ein 14-Jähriger frühmorgens mit einer schweren Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wird, werden wir hier nicht locker lassen und auch die Testkäufe fortsetzen", kündigt der Präventionschef an.

Insbesondere im Vorfeld zahlreicher Weihnachts- und Silvesterfeiern sei es den Jugendschützern wichtig, das Verkaufspersonal nochmals eindringlich zu sensibilisieren. "Wir möchten, dass unsere Kinder und Jugendlichen friedliche Weihnachtstage und einen Jahreswechsel verbringen, der nicht auf der Intensivstation im Krankenhaus endet". 


 

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