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Mit dem Fahrrad nach Jerusalem

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Dass ihr Pfarrer sehr sportlich ist, wissen die Gellmersbacher. Dass Friedrich Vogt aber mit dem Fahrrad bis nach Jerusalem radeln würde, erstaunte sie doch. Knapp 3000 Kilometer spulte der Extremsportler ab. Mit nur einer größeren Pause kurz vor dem Ziel.

Wichtigste Vorbereitung waren der Check seines Rads und der Unterricht bei Tochter Anna. Sie brachte ihm die Bedienung eines Smartphones bei, damit er unterwegs multimedial punkten konnte. Los ging’s am 19. August vom Heilbronner Bahnhof aus.

 

Baumhaus


Den Startpunkt hatte Vogt nach Passau verlegt. Von dort fuhr er mit seiner Frau auf dem Donauradweg bis nach Wien. Das bedeutete aber nicht nur den Kampf mit den Schnaken. Auch die Suche nach einem Übernachtungsplatz, die in einem Baumhaus endete, war imponierend. Danach war der Pfarrer meist alleine unterwegs und machte so manche erstaunliche Begegnung mit Kollegen, von denen er jetzt den Gellmersbachern bei einem Diavortrag berichtete. Denn seine Hoffnung, dass er in Gemeindehäusern übernachten könnte, erfüllte sich nur einmal. Höchstens im eigenen Zelt im Gemeindegarten war er willkommen. "Wahrscheinlich habe ich in Radlerhosen und Fahrradhelm gar nicht wie ein Pfarrer ausgesehen", mutmaßt er.

Bei seiner Fahrt über Land lernte Vogt die unterschiedlichen Mentalitäten kennen. Er stellte schnell fest, dass Kroaten und Serben noch immer viel Misstrauen entzweit. Oder dass es im tiefsten Hinterland von Bulgarien noch fast archaisch zugeht. "Die freundlichsten Menschen habe ich in Makedonien getroffen", so Vogt. Erster Höhepunkt der Reise war Athen. Dort musste er erfahren, dass an historischen Stätten wie der Akropolis Fahrräder nicht gestattet sind. Die Weiterreise per Containerschiff nach Israel gestaltete sich schwierig.

Das erste Schiff war bereits voll, Buchungen im Voraus gab es nicht. Viel mehr musste sich der Seelsorger auf sein Glück verlassen, nach einer Woche mitgenommen zu werden. Nach der Ankunft in Haifa war Vogt so "heiß" auf Jerusalem, dass er die 160 Kilometer in einem Rutsch durchradelte – auf der Autobahn. In die Heilige Stadt zogen ihn familiäre Bande. Tochter Salome studiert dort Theologie. Also gab’s nach dem großen Wiedersehen eine hervorragende Fremdenführerin.

 

Platten


Vogt erlebte das Laubhüttenfest in Jerusalem. "Selbst auf den Dächern der Hochhäuser bauen die Israelis Hütten auf", staunte er. Sein Fahrrad ließ er bei der Tochter zurück, kam per Schiff und Bahn am 26. Oktober zurück. Sein Fazit: "Ich habe ein paar Schuhe durchgetreten auf den Pedalen, hatte in Griechenland innerhalb von zehn Minuten drei Mal einen Platten, habe viele erstaunliche Menschen getroffen und durfte sogar mit einem arabischen Kollegen eine Messe halten und das gesungene arabische ‚Vater unser’ lernen." Missen möchte der Gellmersbacher Pfarrer keinen der 2960 Kilometer im Sattel.


 

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