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Lückenschluss auf dem Weg

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Bis zur Bundesgartenschau 2019 soll die Lücke im Radwegenetz zwischen Heilbronn und Lauffen geschlossen sein. Seit das Zementwerk in der Hölderlinstadt den bislang geduldeten Durchgang geschlossen hat, ist deutlich geworden, wie wichtig eine rasche Lösung ist. Die steile Alternative entlang der Landesstraße 1105 über die Nachbargemeinde Nordheim ist zwar die offizielle Route, aber bei Radlern wenig beliebt. Die beiden Städte haben sich für einen Weg am linken Neckarufer entschieden. Die Strecke führt über bereits asphaltierte Wege. Lediglich 1,2 Kilometer müssen neu ausgebaut werden.

Der Fluss soll im Unterwasser des Horkheimer Wehrs gequert werden. Doch wie könnte eine Radbrücke aussehen? Drei Planungsbüros hatte die Stadt Lauffen bei einer Mehrfachbeauftragung um Vorschläge gebeten. In der jüngsten Ratssitzung stellte Lauffens Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger die Varianten vor.

Spannbandbrücke: Die von der Jury auf Rang 1 gesetzte Spannbandbrücke fand im Lauffener Gemeinderat einhellig Zustimmung. Zuvor hatte das Heilbronner Gremium diesen Vorschlag des Stuttgarter Planungsbüros Mayr Ludescher Partner ebenfalls favorisiert. Der Vorteil dieser Lösung: Die geringe Bauwerkshöhe und die filigrane Konstruktion bewirken, dass sich die Brücke gut in die Landschaft einfügt und auch mit dem denkmalgeschützten Wehr harmoniert. Vier Pfeiler werden das Bauwerk tragen, das so hoch angeordnet ist, dass ihm auch Extrem-Hochwasser nichts anhaben kann. Die Jury kam zum Schluss, dass das geplante Bauwerk "genügend Abstand zum Naturschutzgebiet hält".

Hängebrücke: Als reizvolle Variante präsentierte der Bürgermeister eine frei spannende Hängebrücke. "Leicht, funktional, elegant und modern", so die Attribute, die die Jury verteilte. Doch der Entwurf sei dominant, stehe in deutlichem Kontrast zum Wehr. Und dieses soll schließlich nach dem Willen des Denkmalschutzes im Vordergrund sein. Auch in der Wartung punktet diese Lösung nicht. Die Stahlseile erreicht man nur mit einem Hubsteiger. Bei einer Erneuerung des Korrosionsschutzes sei der Aufwand immens. Während die Spannbandbrücke keine Gefahr für Vögel ist, schließt die Jury bei der Hängebrücke Kollisionen nicht aus.

Dreifeldbrücke: Auf den dritten Rang kam eine Dreifeldbrücke. Ihr Vorteil: eine niveaugleiche Anbindung an den Radweg. Waldenberger: "Das hat im ersten Augenblick viel Charme." Die Brücke fügt sich optimal ins Landschaftsbild, stört die Dominanz der Wehranlage nicht. Der entscheidende Nachteil: Der Planer berücksichtigt mit dem niedrigen Bauwerk mögliche Hochwassergefahren nicht. Das heißt im Klartext: Steigt der Neckarpegel, sorgt die Brücke für einen Stau. Das Geländer müsste bei Hochwassergefahr umgelegt werden. Diese Arbeit sei für den Montagetrupp nicht ungefährlich, so Waldenberger. Zudem seien jedes Mal 120 Schrauben loszudrehen.

Der Gemeinderat erteilte schließlich dem Büro Mayr Ludescher Partner den Planauftrag für die mit netto 2,4 Millionen Euro angesetzte Brücke. Für die Planung des Radwegs wurde das Büro Mörgenthaler aus Öhringen beauftragt. Hier stehen 345 000 Euro im Raum. Hinzu kommen noch Planungskosten.


 

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