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Mensa kämpft mit Imageproblem

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Angesichts der mauen Nachfrage in der Mensa auf dem Schulhügel will die Stadt Eppingen das Konzept überdenken. Alles soll auf den Prüfstand, von den Öffnungszeiten über das Speisenangebot bis zum Namen. Günther Weigel, der Leiter der Hellbergschule, warnt vor Aktionismus.

Auf bis zu 600 Essen pro Tag ist das schmucke Gebäude zwischen Gymnasium, Hellbergschule und Realschule ausgelegt. Im Schnitt gehen aber nur 200 Mahlzeiten über den Tresen. Bei einem Potenzial von 3000 Schülern ist das eine Quote von unter sieben Prozent und im landesweiten Vergleich ein schwacher Wert. Zusammen mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Heilbronn hat die Stadt eine umfangreiche Studie durchgeführt, um die Ursache für die Mensa-Flaute zu erkunden. Im Rathaus behandelt man die Studie als "internes Arbeitspapier" und will das 127-Seiten-Konvolut nicht veröffentlichen.
 

Lieber Pizza, Döner oder Snack

Ein Fazit steht aber fest: Vor allem bei älteren Schülern habe die Mensa ein "Imageproblem", konstatierte Frank Moll, der zuständige Geschäftsbereichsleiter im Rathaus, vor den Stadträten im Verwaltungsausschuss. Viele Schüler bevorzugten die Angebote in der Stadt, sei es Pizza, Döner oder ein Snack aus dem Supermarkt.
Auch das ergab die Umfrage: Wer zu den Kunden zählt, ist mit dem Essen meist zufrieden.

Die Menüs werden vom Eppinger Restaurant Villa Waldeck warm angeliefert. Der Vertrag wurde zu Beginn des Schuljahres verlängert, steht aber zur Neuausschreibung an. In einem Punkt waren sich alle im Ausschuss einig: Die Öffnungszeiten der Mensa sind zu knapp. "Das Gebäude ist viel zu wertvoll, um nur drei Stunden am Tag zu öffnen", betonte Frank Moll. Während SPD-Stadtrat Günther Weigel davor warnte, von Änderungen Wunderdinge zu erwarten, sprach sich CDU-Fraktionschefin Margarete Lang dafür aus, mehrere Maßnahmen zu testen – auch wenn es Geld kostet. "Die jetzige Situation ist nicht zufriedenstellend", so die stellvertretende Leiterin der Realschule.
 

Denkfehler

SPD-Sprecher Hartmut Kächele regte an, den möglicherweise abschreckenden Begriff Mensa zu überdenken. Für Jörg Haueisen von den Freien Wählern wäre kostenloses WLAN ein gutes Angebot, um mehr ältere Schüler in die Mensa zu bekommen. Auch eine Außenbewirtung im Sommer ist im Gespräch. Günther Weigel mahnt im Umgang mit der Studie zur Gelassenheit. Die Befragung der Schüler habe viele gute Ideen ergeben, sagt der Leiter der Hellbergschule: "Wenn es an die Umsetzung geht, wird es erfahrungsgemäß schwieriger." Weigel, selbst regelmäßiger Mensagast, hält es durchaus für richtig, 300 Essen täglich als Ziel anzupeilen. Trotzdem sieht er in der Statistik einen "Denkfehler".
 

Keine Wohlfühloase

Nicht alle 3000 Schüler an den drei Schulen am Berliner Ring seien die Zielgruppe, sondern nur jene, die nachmittags Unterricht haben und von auswärts kommen, also nicht zu Hause essen können. "Dann sind wir bei vielleicht 1000, da finde ich 200 Essen nicht so schlecht." Die Kapazität von 600 Menüs sei eher theoretisch, so Weigel. Bei 190 Sitzplätzen seien drei Schichten nötig. Außerdem reiche das zum Teil ehrenamtlich tätige Personal dafür nicht aus.

Mensa-Koordinator Reinhard Mall hält wenig von einer Ausdehnung der Öffnungszeiten. Außerhalb der Mittagspausen ließen sich kaum Schüler in die Mensa locken: "Die Schulen haben alle Aufenthaltsräume." Er zweifelt auch am Sinn von Sitzecken, Sesseln und Sofas. "Das ist hier eine Schulmensa und keine Wohlfühloase."
                            

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