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Hip Island und die Theresienwiese

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Die mögliche Verlagerung des Szene-Lokals Hip Island vom Innovationspark auf die Heilbronner Theresienwiese zieht immer neue Kreise. Nach HSt-Informationen wird Oberbürgermeister Harry Mergel die Standortfrage in der kommenden Woche in der Dezernenten-Besprechung auf die Tagesordnung setzen. Zudem soll es zeitnah einen Termin vor Ort geben.
 

Kein Dissens


Gegenüber der Heilbronner Stimme schließt Mergel nicht aus, dass, "sollte es keine bessere Lösung geben, das Hip vielleicht doch auf der Theresienwiese seinen Standort finden könnte". Unstrittig ist für ihn, dass dieser Standort ein "hohes Maß an Sensibilität erfordert, um ein würdiges Gedenken an die ermordete Polizistin Michèle Kiesewetter zu ermöglichen". Insofern gebe es auch keinen Dissens innerhalb der Rathausspitze.

"Der vorgesehene Ort auf der Theresienwiese ist für uns untrennbar mit dem Mord an unserer Kollegin Michèle Kiesewetter verbunden und steht als Mahnmal für die Taten der NSU-Gruppierung", sagt Polizeipräsident Hartmut Grasmück. Obwohl die Theresienwiese schon seit jeher als Festplatz genutzt wird, dürfte es vielen Polizisten, aber auch Teilen der Heilbronner Bürgerschaft, schwerfallen, sich an dieser Stelle eine "Strandbar" vorzustellen. Sofern für das Hip Island kein besserer Standort gefunden werde, rät Grasmück, "durch entsprechende bauliche Maßnahmen eine würdige Erinnerungsstätte in räumlicher Nähe zu schaffen".
 

Pro


"Unter der Prämisse, dass eine gute Lösung für die Gedenkstätte gefunden wird, halten wir die Theresienwiese für einen vernünftigen Standort", erklärt Stadträtin Helga Drauz-Oertel. Die angedachte Fläche ist für die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende "der beste zu entwickelnde Standort", der auch langfristig Perspektiven biete.
Für den stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Herbert Burkhardt ist die Theresienwiese ein "klasse Platz", der zentral liege, mit dem ÖPNV gut erreichbar und für Anwohner nicht störend sei. Er ist überzeugt, dass ein würdiger Ort gefunden werde, an dem man der getöteten Polizistin gedenken könne. "Der Tatort ist kein Ausschlusskriterium", betont auch Nico Weinmann. Das Volks- und Maifest stelle auch niemand in Frage, so der FDP-Fraktionsvorsitzende. Wichtig sei, die Gedenkstätte in angemessener Form zu erhalten.

"Einerseits ist es wünschenswert, dass die Jugend einen Ort zum Feiern hat, andererseits ist dieser Platz geprägt von einem Ereignis, das Heilbronn in seinen Grundfesten erschüttert hat" erklärt für die Grünen-Fraktion Neu-Stadträtin Eva Luderer. Obwohl die Theresienwiese nicht ideal sei, sei sie mit der Maßgabe in Erwägung zu ziehen, dass die Verwaltung weiter nach alternativen Standorten suche.
 

Contra


"Das ist keine gute Idee. Ich kann mir die Theresienwiese als Standort nicht vorstellen", sagt Heiner Dörner. Die Fläche sei abgesehen von der Gedenkstätte viel zu wichtig für die Stadt mit Blick auf Events", begründet der FWV-Fraktionssprecher. "Mit diesem schrecklichen Hintergrund ist die Theresienwiese ungeeignet", findet auch Pro-Stadtrat Heiko Auchter. Die Verwaltung sollte einen guten Standort nicht durch einen schlechteren ersetzen und deshalb nochmals das Gespräch mit dem Jugendgemeinderat suchen.

"Der aktuelle Hip-Standort ist eine Perle und ein wichtiger Baustein für den neuen Stadtteil Neckarbogen", lehnt Einzelstadtrat Hasso Ehinger die Theresienwiese ab. An die Rathausspitze appelliert er, mit dem Projektentwickler Kruck über einen Verzicht auf die Kaufoption des Hip-Geländes zu verhandeln. "Die Theresienwiese erfordert ein hohes Maß an Sensibilität."

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