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Schwimmen im See kein Problem

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"Ich geh da nicht mehr hin.“ Drastische Worte einer Obersulmerin. Was sie meint, ist der Breitenauer See. Die Frau, die anonym bleiben möchte, hatte einige Tage Juckreiz und Ausschlag, nachdem sie im Badesee schwimmen war. Sie vermutet, das sie wie andere Badegäste von Zerkarien befallen wurde. Diese Vogelparasiten vermehren sich besonders bei Wassertemperaturen ab 20 Grad, sind aber ungefährlich.
 

Proben


"In einem naturnahen Wasser kommt das vor", stellt Hubert Waldenberger, Pressesprecher des Landratsamts Heilbronn klar. Die Wasserqualität der sieben Badeseen im Landkreis Heilbronn sei derzeit ohnehin sehr gut. Sämtliche Proben aus den Monaten Mai und Juni weisen gute Werte auf. Am Montag wird das Gesundheitsamt erneut Wasserproben entnehmen. Das geschieht turnusgemäß alle zwei Wochen.

Christoph Spieles, Geschäftsführer des Zweckverbandes Breitenauer See, freut sich über die derzeitige Wasserqualität. Die sei "hervorragend" – und das trotz Temperaturen von mehr als 30 Grad und zeitweise bis zu 12.000 Besuchern pro Tag. Auf die vermehrten Zerkarien-Fälle hat der Zweckverband indes reagiert. Hinweisschilder informieren Besucher über die Parasiten. Diese kommen von den Ausscheidungen der Wasservögel ins Wasser. Und davon gibt es viele am 38 Hektar großen Breitenauer See. Das Füttern ist eigentlich verboten. "Die Leute halten sich aber nicht immer daran", sagt Spieles. "Die Tiere werden dadurch zunehmend an den Menschen gewöhnt", kritisiert er.
Rüdiger Rosenthal, Pressesprecher des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), erachtet vor allem die Verschmutzung an den Ufern der Badeseen für problematisch. Immer wieder komme es vor, dass Ufer und Schilfgürtel beschädigt werden und Müll zurückgelassen wird, beklagt er. "Seen sind ja zum Baden da. Es kommt aber darauf an, wie die Menschen mit diesem Naturschatz umgehen", sagt der BUND-Sprecher.

Zu viele Badegäste könnten zudem das Tierreich beeinträchtigen. "Es gibt natürlich einen Zielkonflikt zwischen Naturschutz und der Nutzung der Seen", sagt Rosenthal. Daher sei es wichtig, das Reservate für die Artenvielfalt und Landschaftsschutzgebiete entlang der Seen geschaffen werden.

Helga Lang, Eigentümerin des Finsterroter Sees, zeigt sich zufrieden. "Unsere Badegäste sind ganz anständig." Nur vereinzelt werde Müll gefunden. Schäden am Ufer und dem großen Schilfgebiet des Sees habe es noch nicht gegeben. Auch die Wasserwerte sind in diesem Jahr bisher unterhalb der Grenzwerte. In den vergangenen Jahren wurden für den Finsterroter See immer wieder Badeverbote ausgesprochen, weil zu viele Blaualgen im Wasser waren, die allergische Reaktionen auslösen können.
 

Fernsehsessel


Als "leidiges Thema", bezeichnet dagegen Thomas Csaszar, Bürgermeister der Gemeinde Zaberfeld, die Hinterlassenschaften der Badegäste an der Ehmetsklinge. Gemeinsam mit Pächter Peter Dzieciol beseitigt der Bauhof der Gemeinde den Müll am Ufer. Das erfordere einen erheblichen Zeitaufwand, sagt Csaszar.
Pächter Dzieciol wird da deutlicher. "Jeder bringt etwas von daheim mit und lässt es am See liegen", ärgert er sich. Sogar einen Fernsehsessel hat er in den 14 Jahren, in denen er den See-Kiosk betreibt, schon gefunden.
 

Zerkarien


In der vergangenen Woche meldeten sich vermehrt Gäste des Breitenauer Sees, die Juckreiz und Hautausschlag hatten. Nach Angaben von Medizinern könnten Zerkarien zumindest bei einigen die Ursache sein. Diese Parasiten befallen eigentlich Vögel, in einigen Fällen aber auch Menschen. In der menschlichen Haut sterben die Parasiten nach Angaben des Gesundheitsamtes aber schnell ab. Zerkarien sind für den Menschen ungefährlich. hei


 

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