Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Im freien Fall

zurück zur Übersicht
Er ist ein Mann des Spektakels, Risiko gehört zu seinem Leben wie für andere der Kaffee am Morgen. Der Stuttgarter Klaus Renz ist einer der besten Fallschirmspringer der Welt. Weltmeister war er schon, genauso wie Deutscher Meister. Er hält aktuell vier Weltrekorde, und sein Name steht im Guinessbuch der Rekorde. Und das alles in einer Randsportart, die öffentlich kaum Beachtung findet.

Das vergangene Wochenende verlief für den 46-jährigen Renz erneut sehr erfolgreich. Bei den Deutschen Meisterschaften im Paraski-Fallschirmspringen im oberbayerischen Unterammergau ist er in der Einzelwertung Zweiter und in der Mannschaftswertung im Quartett Erster geworden. 
 

Zwei Sportarten

Das Paraski-Fallschirmspringen vor wenigen Tagen bestand aus zwei Durchgänge im Riesenslalom auf Skiern und sechs Sprüngen auf eine Zielfläche, die mit dem Fallschirm geschickt angesteuert werden musste. Den Hubschrauber in 1000 Metern Höhe steuerte Stratosphären-Springer Felix Baumgartner. Die Regeln: Wer bei der Landung das sogenannte "Dead-Center" mit einem Durchmesser von zwei Zentimetern trifft, hat die volle Punktzahl. Wer beim Riesenslalom eine Sekunde hinterher ist, bekommt drei Zentimeter hinzugerechnet.

Freier Fall mit Punktlandung oder Geschwindigkeits-Rausch auf der Skipiste – Extremsportler Renz kann nichts verrückt genug sein. An seine Anfänge beim Fallschirmspringen erinnert er sich noch sehr gut. Über einen Nachbarn, einen Segelfluglehrer, kommt er als 16-Jähriger zu seinem ersten Sprung. Im Odenwald sei es gewesen, "in 1000 Metern Höhe", sagt Renz, der über sein Privatleben nur wenig erzählen möchte. Ledig sei er, so viel verrät er jedenfalls. "Das ist auch besser so. Ich bin ja schließlich sehr viel unterwegs."

Dem ersten Sprung als Knirps folgen bis heute rund 6800 weitere. Er springt aus Hubschraubern, Flugzeugen, von Berghängen, Brücken, Gebäuden, Sendemasten. Er springt alleine, im Tandem oder in Gruppen, landet auf freier Fläche oder fliegt einen festen Punkt an.
 

Weltweit in der Luft

Dabei sieht Renz über die Jahre einige der imposantesten Orte der Welt. Er überfliegt die Victoria-Wasserfälle im afrikanischen Simbabwe, springt von den 452 Metern hohen Petronas Twin Towers im malaysischen Kuala Lumpur, stürzt sich aus 367 Metern Höhe vom Moskauer Fernsehturm oder gleitet über den Panama-Kanal. Äußere Bedingungen sind kein Hindernis. Renz scheut sich auch nicht vor dem Absprung bei Minus 53 Grad aus 4000 Metern Höhe über dem Nordpol. "Es ist der Sprung ins Nichts. Es packt dich einfach", sagt der Sportler über seine Leidenschaft.

Geehrt für seine Leistungen wurde der Schwabe schon häufig. Ehrenmedaille des Europarats, das Silberne Lorbeerblatt des Bundes oder die Ehrenmedaille des Luftsportverbands Baden-Württemberg – Renz hat schon viele Auszeichnungen erhalten. Angst empfindet er keine mehr. Renz: "Das war vielleicht bei den ersten zehn bis 15 Sprüngen der Fall." Und die sind lange her.
                         

Galerien

Regionale Events

Digitale Azubimesse

Mehr als 50 Unternehmen stellen von 14. bis 20. Februar 2022 ihr Aus- und Weiterbildungsangebot digital vor.

Neuer Impfpunkt

Die Stadt Heilbronn ergänzt ihr Impfangebot um die Harmonie.