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Lasches Heilbronn

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Der Bildungscampus am Bollwerksturm, Einrichtungen vom Feinsten. Die Hochschule Heilbronn hat einen Neubau am Europaplatz. Studentenwohnheime werden gebaut und renoviert. Eigentlich sollte die boomende "Wissensstadt" die Herzen der Studierenden höher schlagen lassen. Stadt, Land und Stifter bemühen sich in nie gesehener Weise um Heilbronn. Dass moderne Hochschuleinrichtungen eine Stadt nicht automatisch zur Studentenstadt machen, zeigen die Einschätzungen einiger angehender Akademiker.
 

Schick oder ranzig

Paula Eilenz studiert International Business und meint: "Heilbronn ist zu schwäbisch. Der bunte Trubel und das multikulturelle Miteinander, wie man es aus anderen Studentenstädten kennt, fehlt hier einfach." Für ein Semester hat die 24-Jährige in Heilbronn gewohnt, dann ist sie wieder zurück nach Stuttgart gezogen. "Heilbronn", so sagt sie, "war einfach nicht mein Ding." Hier sei es ihr zu gefährlich und auch die Möglichkeiten, feiern zu gehen, seien "eher mau". Die Studentin urteilt hart: "Entweder es ist alles viel zu schick oder zu ranzig."

Daria Kleinert stammt ursprünglich aus Tübingen und ist für ihr Studium neckarabwärts nach Heilbronn gezogen. Auch sie ist nur wenig begeistert: "Es fehlen Kulturangebote für Studenten. Alle paar Monate mal ein Poetry Slam ist bei weitem nicht genug." Außerdem gäbe es keine Studentennächte oder "einfach nur mal Karaokeabende".
 

Viele Probleme

"Das einzige, was es hier wirklich für Studenten gab, war das Klubsofa. Aber das ist ja inzwischen geschlossen." Die 23-Jährige vermisst auch Möglichkeiten, bis weit nach Morgengrauen zu feiern. "Alle Clubs, bis auf das Bukowski, machen spätestens um 4 Uhr zu", erzählt sie. Das sei schade, denn zum Jungsein gehöre doch auch, mal richtig aus sich rauszugehen und die Nächte durchzufeiern. Ein weiteres, häufig von den Studenten benanntes Problem sind die öffentlichen Verkehrsmittel. "Wenn man mal feiern gehen will, hat man am Ende häufig ein Problem: Die Nachtbusse fahren nur bis zwei Uhr, und wenn, dann nur an Wochenenden", weiß Anni Freimut. Den Studenten bleibt also kaum etwas anderes übrig, als mit dem Taxi zu fahren. "Und das ist bei den hohen Preisen in den meisten Bars finanziell nur sehr selten drin", fügt die 25-Jährige hinzu.

Es gibt aber auch durchaus andere, positive Stimmen. Birgit Gündisch studiert Hotelmanagement und ist mit Heilbronn als Studentenstadt zufrieden: "Ich komme vom Dorf. Dagegen ist Heilbronn ein riesiger Fortschritt. Ich gehe hier gerne feiern. Die Angebote finde ich für so eine Stadt in Ordnung, nur ein paar Studentenkneipen würden Heilbronn wirklich noch gut tun."
 

Einsatz gefordert

Auch Eric Honisch sieht die Lage durchaus positiv: "Ich bin hier in der Gegend aufgewachsen und sehe keine allzu großen Mankos." Der Hotelmanagement-Student ist fest davon überzeugt: "Mit ein bisschen Einsatz aller Beteiligten kann Heilbronn für Studenten tatsächlich ganz großartig werden."
                    

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