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Einfach Weggeschmissen

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Kristijan. Der ist Kraftfahrer. Für einen großen Entsorgungsbetrieb leert er die Behälter mit Reiseabfällen auf Autobahnparkplätzen. Jeden Tag eine andere Autobahn. Am vergangenen Freitag war die A81 an der Reihe. Vom Dreieck Leonberg bis zum Weinsberger Kreuz steuert der 37-Jährige alle Parkplätze an. Doch an diesem Tag sollte sein Arbeitstag ganz anders werden.

Der Mann aus Denkendorf hat gerade mit seiner Arbeit begonnen. Direkt nach dem Engelbergtunnel liegt der Parkplatz Gerlinger Höhe. Auf dem im Landkreis Ludwigsburg gelegenen Autobahnparkplatz entdeckt er einen Hund, arglos in den Müll geworfen, halb erfroren und abgemagert. 
 

Durch Zufall entdeckt

Dass er den Hund überhaupt entdeckt hat, war Zufall. Eine Waage an seinem Kran, die den Füllstand der Müllbehälter anzeigt, war defekt. Also musste er selbst in den Behälter schauen, um den Stand zu notieren. 

Ängstlich habe der Hund ihn angeblickt. "Der hat keinen Pieps von sich gegeben", sagt Der. "Er sah aus, als ob er sich mit seinem Schicksal schon abgefunden hat." Vorsichtig steigt der 37-Jährige zu dem Hund in den Müllcontainer und nimmt ihn an sich. Er alarmiert die Polizei, die eine Streife vorbei schickt. Das Tier wurde in eine Aludecke gewickelt und in das Ludwigsburger Tierheim gefahren.

Tierheimleiterin Ursula Gericke nimmt sich dem Tier an. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um eine etwa sechs Monate alte Mischlingshündin handelt. Amanda wurde sie im Tierheim genannt. Als sie dort ankam, hat sie nur 5,3 Kilogramm gewogen, erzählt Gericke. Normalerweise hätte sie zwischen sieben und acht Kilo auf die Waage bringen müssen. Zudem lahmte Amanda und muss operiert werden. Zunächst wird die Mischlingshündin allerdings wieder aufgepeppelt.
 

Gut erholt

"Wie lange sie drin war, können wir nicht sagen", sagt die Tierheimleiterin.  Dass der Hund länger als einen Tag in dem Mülleimer war, glaubt Gerricke nicht. "Das hätte am Vortag wahrscheinlich jemand bemerkt." Möglicherweise sei die Hündin aber bereits zuvor abgemagert und in einem schlechten Gesundheitszustand gewesen. Amanda hat sich mittlerweile gut erholt, und erste Interessenten, die den Hund übernehmen würden, haben sich ebenfalls bereits gemeldet, sagt Gerricke.

Kristijan Der kann nicht verstehen, wie man einen Hund so arglos wegwerfen kann. "Ich finde das eine Schweinerei. Wenn man das Geld für den Hund nicht hat, kann man ihn doch im Tierheim abgegeben." Im Ludwigsburger Tierheim leben derzeit 120 Hunde. Während der bevorstehenden Oster-, Pfingst- und Sommerferien werden voraussichtlich aber wieder viele Hunde ausgesetzt, sagt Gerricke. Erst heute hat sie wieder ein Anruf ein Anruf erreicht. Aus der Glems, einem Nebenfluss der Enz, wurde ein Hund völlig unterkühlt herausgefischt. Der kämpft gerade in der Leonberger Tierklinik um sein Leben.
            

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