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Eine Chance geben

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"Es fällt mir immer wieder schwer zu gehen", sagt Sabine Korb und meint die Rückreise von Gambia nach Langenbrettach. Drei Wochen war die 54-Jährige Anfang des Jahres in dem westafrikanischen Land. Nach 2011 und 2012 hat sie in dem Dorf Kubariko ihr Patenkind Kaddy zum dritten Mal besucht. Zusammen mit fünf anderen Paten und dem Gründer der Kinderhilfe für Gambia, Klaus Wiesenborn aus Göppingen.

70 Euro im Jahr sind nötig, damit das zwölfjährige Mädchen dort zur Schule gehen kann. Für Sabine Korb eine Herzensangelegenheit. "Kinder brauchen Bildung", sagt sie. "Das ist enorm wichtig." In dem Geld enthalten sind Schuluniform und -material. Außerdem gibt es vier Mal in der Woche Schulessen.
 

Schlechte Verhältnisse

Außerhalb der Schule gibt es für die Menschen in Kubariko fast nur Reis. Und Bongo-Fische. "Das ist der einzige Fisch, den sich die Menschen dort leisten können", sagt Sabine Korb. Die medizinische Versorgung sei katastrophal und die Lebenshaltungskosten seien enorm gestiegen. Es gibt keinen Strom. Wasser holen die Menschen aus einem 30 Meter tiefen Brunnen mit einem Eimer am Seil. Im Sommer, wenn die Regenzeit einsetzt, ist die Malariagefahr groß. "Bei meinem ersten Besuch war ich schockiert, dass man so leben kann."

Längst rührt Sabine Korb in Brettach und Umgebung die Werbetrommel für die gute Sache. 47 Sponsoren hat sie bereits gefunden. Jeder einzelne von ihnen ermöglicht einem Kind den Besuch einer Schule − und damit die Hoffnung auf ein besseres Leben. Darüber hinaus sammelt sie im Keller ihres Hauses Hilfsgüter, die sie Ende des Jahres in einem Container in das kleine westafrikanische Land schicken wird.
 

Neue Schule

Die Schule in Kaddys Dorf steht noch nicht lange. Im vergangenen September hat sie ihre Pforten geöffnet. Finanziert mit Hilfe von Spenden, die die Kinderhilfe Gambia gesammelt hat. "10 000 Euro hat der Bau gekostet. Der Kauf des Grundstücks ist im Preis enthalten", sagt Sabine Korb.

Der Schule soll ein kleines Ausbildungszentrum für Näherinnen folgen. Auch diese Hilfe zur Selbsthilfe wird 10 000 Euro kosten. "Der Bau geht bald los", sagt Sabine Korb. Die nächste Schule, die die Kinderhilfe mit Hilfe von Spenden finanziert, öffnet voraussichtlich noch in diesem Jahr in dem Dorf Banjulunding. Auch hier liegen die Kosten bei rund 10 000 Euro.

Vor sechs Jahren ist die Langenbrettacherin auf die Kinderhilfe Gambia aufmerksam geworden. Als der Gründer im Rahmen eines Chorkonzerts in der Kirche das Projekt vorstellte. "Ich wofort begeistert", sagt Sabine Korb, die sich neben ihrem Apothekerberuf als Organistin und Pfarramtssekretärin in der evangelischen Kirche engagiert. Sie übernahm die Patenschaft von Kaddy. Und wenn sie an die Fröhlichkeit und die Herzlichkeit der afrikanischen Kinder denkt, weiß sie, sie wird nächstes Jahr wieder nach Gambia fahren.
            

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