Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Trampoline-Neubau

zurück zur Übersicht
Rund drei Jahre, nachdem eine Feuerwalze das Kinderfreizeitland Trampoline nahe der Böckinger Viehweide vernichtet hat, ist ein Neuaufbau weiter ungewiss. Inzwischen wirkt das Verfahren wie eine Dauerfehde zwischen Betreiber Thomas Thoma und der Stadt Heilbronn.

Jetzt, nach mehrfachem Nachbessern des Bauantrags, hat Thoma zwar eine Baugenehmigung. "Die kann man aber in die Tonne treten", sagt er erbost. Eine Bearbeitungsgebühr von 37.000 Euro und rund 100 Auflagen sieht er als "Auswüchse" an, gegen die er mit seinem Anwalt Widerspruch eingelegt hat.
 

Harte Vorwürfe

Anwalt Dr. Michael Thoma aus Waldkirch wirft der Stadt Heilbronn Verhinderungspolitik vor. "Anders kann man das nicht bewerten. Die Stadt will, dass dort kein neuer Bau entsteht." Eine Gebühr von 37 000 Euro "für eine schlichte, leere Halle" ist für ihn abwegig. Die Stadt habe Baukosten von 5,55 Millionen Euro angesetzt. Anwalt Thoma: "Das ist völlig überzogen." Im Bauantrag hatte der Architekt 850 000 Euro Baukosten für den Hallenbau angegeben − ein extremer Gegensatz.

Auch bei den 100 Auflagen sieht der Anwalt eine Überregulierung. Er habe schon viele Großbauvorhaben begleitet. "Aber so viele Auflagen gab es noch nie." Wenn man mit jedem Bauherrn so umgehen würde, "kriegen sie in Heilbronn keine Baugenehmigung mehr". Thoma rechnet inzwischen mit einem Gerichtsverfahren, in dem die strittigen Punkte geprüft werden.
 

Brandschutz

In Sachen Brandschutz hatte die Stadt das erste Konzept des Trampoline-Betreibers als mangelhaft eingestuft und deutliche Nachbesserungen verlangt. Das neue Gutachten sei "in Ordnung", teilte das Baurechtsamt mit.

Warum die Stadt eine solch hohe Bausumme und Bearbeitungsgebühr ansetzt, beantwortet die Pressestelle in einer sehr technokratischen Mitteilung. Sie verweist auf die Gebührensatzung, auf vorgegebene sechs Promille der Baukosten. Es sei "von den Kosten auszugehen, die am Ort der Bauausführung zur Erstellung des Vorhabens erforderlich sind", heißt es. Der Gebührenermittlung lägen "die ortsüblichen Löhne und Preise zu Grunde". Es folgt ein Verweis auf einen "objektiv durchschnittlichen Maßstab". Das Baurechtsamt habe "aktuelle Kostenkennwerte eines Vergleichsvorhabens (Sporthalle/Einfeldhalle) bezogen auf den Bruttorauminhalt" zugrunde gelegt, wobei "der untere Kostenkennwert" gewählt worden sei. Die Architektenkammern hätten diese Kennwerte erhoben.

Im Bauantrag, in dem der Architekt die Kosten für den Trampoline-Neubau mit 850 000 Euro angegeben hatte, wurde nach Angaben der Stadt "weder eine Berechnung zum Rauminhalt vorgelegt" noch Erklärungen zur Bausumme aufgeführt.


Datenschutz

Dass es eine Vielzahl von Auflagen gibt, erklärt die Stadt mit einem komplexen Vorhaben in einem Landschaftsschutzgebiet, an dem viele Behörden wie Feuerwehr, Naturschutz- und Straßenämter beteiligt seien. Eine solche Auflagenzahl sei "keinesfalls ungewöhnlich". Vergleichbare Projekte mit derart vielen Auflagen nennt die Stadt "aus Datenschutzgründen" nicht.

Eine Verhinderungspolitik weist die Stadt zurück. Man habe den Bauherrn "von Anfang an vielfältig unterstützt". Dessen Ziel, zunächst an über 400 Besuchern festzuhalten, sei wegen brandschutz- und naturschutzrechtlicher Bestimmungen nicht genehmigungsfähig gewesen. Der aktuelle Bauantrag, der im Juni 2013 einging, sei erst Anfang Januar vollständig gewesen. Am 17. Februar sei die Baugenehmigung erfolgt.
                         

Galerien

Regionale Events

Digitale Azubimesse

Mehr als 50 Unternehmen stellen von 14. bis 20. Februar 2022 ihr Aus- und Weiterbildungsangebot digital vor.

Neuer Impfpunkt

Die Stadt Heilbronn ergänzt ihr Impfangebot um die Harmonie.