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Gute Partnerschaft seit 40 Jahren

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Für Annemarie Gutensohn war es "Liebe auf den ersten Blick", als sie das erste Mal nach La Ferté-Bernard im Departement Sarthe, nordwestlich von Paris kam. Heute ist sie Vorsitzende des Lauffener Partnerschaftskomitees mit 24 aktiven Mitgliedern. Momentan organisiert sie, und das voller Elan, eine Reise zu den Festlichkeiten zum 40jährigen Bestehen der Partnerschaft nach Frankreich. Dafür hat sie sogar zusammen mit der Volkshochschule einen Französisch-Crash-Kurs initiiert.

Fast 50 Erwachsene und 34 Schüler sowie Lehrkräfte der Lauffener Musikschule hat Annemarie Gutensohn bisher für die Tour nach La Ferté-Bernard am ersten Maiwochenende gewonnen. "Was alles zum Jubiläum vorbereitet wird, ist noch geheim, aber es wird ein tolles Fest, davon bin ich überzeugt."


Autounfall und Freundschaft

1974 fing es an mit dieser offiziellen Partnerschaft, nachdem es schon seit 1967 einen regen Schüleraustausch zwischen dem Hölderlin-Gymnasium und dem Lycée Robert Garnier gab.
Kürzlich waren wieder 30 französische Schüler zu Gast in Lauffen. "Es gilt, das Miteinander auch zu leben", betonte Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger.

Schon gleich zu Anfang stiftete die neue grenzüberschreitende Partnerschaft damals übrigens Freundschaft und zwar innerhalb der Lauffener Grenzen. Zwei Stadträte, von einander damals nicht sehr gewogenen Parteien, hatten auf der Rückfahrt aus Frankreich einen Autounfall. Zusammen landeten sie im Krankenhaus, in einem Zimmer. Dabei entdeckten sie, was für ein netter Mensch der politische Gegner doch ist. Daraus entstand eine lebenslange Freundschaft.
 

Gedankengut

Karl-Hans Eisenbeck und Hermann Stahl lenkten zunächst als Vereinsvorsitzende die Geschicke der Partnerschaft, seit 2012 hat Annemarie Gutensohn diesen Part übernommen. Im Ruhestand noch was bewegen, unternehmen, organisieren, neue Ideen einbringen, das war ihre Motivation. "Ich komme aus dem Grenzgebiet zu den Niederlanden und weiß, wie wichtig neue Freundschaften zwischen benachbarten Ländern sind und dass sie gepflegt werden müssen."

Dass die deutsch-französische Freundschaft enorm wichtig für den europäischen Gedanken war und ist, diesen Impuls möchte sie weitergeben, will Jüngere mit einbeziehen, damit sie "diese Gedanken aktiv weitertragen".
 

Barrieren überwinden

Der Austausch von Praktikanten und der Schüleraustausch stehen ebenso auf der Aktivitäten-Liste des Partnerschaftskomitees wie eine Förderung des Austausches zwischen den Vereinen, "Sport, Gesang, Pfadfinder, CVJM, die Feuerwehr sind da ideal".

"Das sind Partner, die wirklich die Freundschaft leben wollen", beschreibt Annemarie Gutensohn ihre französischen Gastgeber. Auch wenn die Sprachbarriere vorhanden ist, geht alles gut über die Bühne, "Wein und Essen lockern die Zungen, und schließlich kann man sich auch verstehen, wenn man mit Händen und Füßen redet. Man muss nur wollen." Für den Besuch der Lauffener im Mai haben sich wieder genügend französische Gastfamilien gefunden.
 

Einander verstehen

"Die Schüler der Musikschule, die am Freitagabend ein Konzert mit der dortigen Musikschule gestalten, sind aus praktischen Gründen gemeinsam untergebracht."

Einander verstehen lernen, darin sieht Annemarie Gutensohn ein wichtiges Kriterium von Städtepartnerschaft: "Wenn jeder nur sein eigenes Süppchen kocht, wird das nichts." Für die Austauschschüler aus La Ferté-Bernard war es besonders signifikant, wie sauber die Straßen in Lauffen sind und wie frei die Schüler. In Frankreich sei der Ablauf in der Schule mehr reglementiert, der Unterricht strenger.
                           

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