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Verantwortung übernehmen

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Was tun, wenn ein Kind nicht gehorcht? Wie verschafft man sich Respekt? Das sind Fragen, die sich die zehn frisch gekürten Schülermentoren der Bad Wimpfener Ludwig-Frohnhäuser-Schule (LFS) während ihrer Theorieausbildung in den vergangenen Monaten gestellt haben. "Wenn ihr nicht ruhig seid, müsst ihr euch auf die Bank setzen und könnt nicht mitspielen", berichtet Ryan Freeman von Methoden, wie es ihm gelingt, die etwa 15 Grundschüler starke Gruppe in seiner Spiel-und-Spaß-AG im Zaum zu halten. Gerade haben der 14-Jährige und seine Schulkameraden in einer feierlichen Zeremonie ihre Zertifikate, die "Quali-Pässe", überreicht bekommen. Bürgermeister Claus Brechter ist dafür an die Schule gekommen. "Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg des Erwachsenwerdens" beurteilt Brechter das Mentoren-Programm. Schließlich gehe es darum, Verantwortung zu übernehmen und sich für die Gemeinschaft zu engagieren.
 

Sonderpädagogischer Förderbedarf

Bereits zum fünften Mal haben Schüler der LFS den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen. Die Schüler ab der siebten Klasse lernen über ein Schuljahr hinweg die Grundlagen der Kinderbetreuung, um sich dann als Mentor für die Jüngeren an der Schule zu engagieren. "Die Schülermentoren sind ein wichtiger Beitrag für unsere Schule und unser Gemeinwesen", sagt Sabine Keidel. Besonders freut es die Leiterin der seit 2013 als Gemeinschaftsschule fungierenden Einrichtung, dass auch drei Schüler der Partnerschule, der Stephen-Hawking-Schule, mit unter den Mentoren sind. Das zeige, wie die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der LFS ganz selbstverständlich integriert sind.

Neben der Theorieausbildung, in der auch Inhalte wie Erste Hilfe auf dem Programm stehen, dürfen sich die Schülermentoren relativ schnell in der Praxis erproben. "Wir leiten unsere eigenen AGs", erklärt Achtklässler Andre Tomse. Der 15-Jährige ist schon seit einem ganzen Jahr ausgebildeter Mentor. Seine Sport-AG bietet er für die jüngeren Schüler jeden Freitagnachmittag im Rahmen der Kernzeitbetreuung an. Die Inhalte bestimmt er komplett selbstständig. "Aber es ist immer jemand von der Kernzeitbetreuung zur Aufsicht dabei." Der Jugendliche überlegt sich für die Grundschüler gerne ein übergreifendes Thema, das er dann mit ihnen über mehrere Wochen ausarbeitet.
 

Kernzeitbetreuung

"Wir entscheiden spontan, was wir mit den Kleinen machen", sagt hingegen Ryan Freeman. Meist erklären er und seine beiden Kollegen, Sven Pfeil (16) und Nick Baumbach (14), den Grundschülern zunächst die Spielregeln und lassen sie dann zwei Mannschaften wählen. "Dabei gibt es fast immer Streit", berichtet Ryan Freeman und seine Mentoren-Kollegen nicken bestätigend. Der Achtklässler Ryan findet es interessant zu beobachten, wie die Kleineren miteinander umgehen. "Es macht Spaß, sich mit den Kindern zu beschäftigen", findet er. Die Schülermentoren bieten den Jüngeren in der Kernzeitbetreuung aber nicht nur Sport. Es gibt auch eine Gruppe, die sich mit Tieren beschäftigt und bei einer AG steht die Musik im Mittelpunkt.
                 

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