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Studenten bauen für Studenten

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Man nehme ein paar Dutzend Container, jeder sechs Meter lang und drei Meter breit, und ordne sie im Gelände locker oder streng geordnet neben- und aufeinander an. In jedem 18-Quadratmeter-Container mit Bad, Kochecke und Modulmöbeln ist ein Student zu Hause. Mehr Container bieten einer ganzen WG Platz.

Ganz wichtig: Im und vor dem Haus muss es jede Menge Begegnungs- und Gemeinschaftsräume geben. Cafeteria, Fahrradkeller, Waschküche, Grillplatz zum Beispiel. Der Übungsort: ein unbebautes Grundstück mit schwierigem Grundriss mitten in Sontheim, das der Heilbronner Stadtsiedlung gehört. Das war die Aufgabe, der sich im abgelaufenen Wintersemester 15 Master-Studierende von Professor Thomas Jocher an der Universität Stuttgart angenommen haben. 

Gestern präsentierten drei der sechs Sieger in den Räumen der Heilbronner Stadtsiedlung ihre Entwürfe. Die Auslober des Wettbewerbs, allen voran die Mannheimer Container-Hersteller- und Verkäufer-Firma Graeff und das Neckarsulmer Architekturbüro Vogt-Heller, waren begeistert von den kreativen und durchdachten Lösungen der angehenden Architekten. "Wer weiß, vielleicht setzen wir von Ihren Ideen bald etwas zusammen mit der Stadtsiedlung um", überlegte Baubürgermeister Wilfried Hajek. 
 

Spannend

Die Neckarsulmerin Michaela Wengert, 24, ist eine der zwei ersten Preisträgerinnen. In Stuttgart lebt sie seit Herbst in einer Zweier-WG. In ihrem "wuseligen", selbst entworfenen Container-Dorf zu wohnen, fände sie spannend. "Weil es anders und einzigartig ist. Und weil in so einem Studentenquartier viel los ist."

Mit vorgefertigten Modulen lassen sich Gebäude in Breite und Höhe flexibel bauen, erklärt sie. Denn die Container sind je nach Bedarf jederzeit leicht und kostengünstig auf- und wieder abbaubar. "Das müsste überall funktionieren." Weil Studenten eigenständig, aber nicht allein leben möchten, hat Michaela Wengert in ihrem Entwurf reichlich Meeting-Flächen vorgesehen: Innenhöfe, Patios, sogar auf den Flachdächern. "Die meisten Studenten wollen, dass um sie herum viel los ist, keiner will sich alleine fühlen." 

Der Entwurf von Nico Washeim (Platz 2) hat einen Aufzug, die Zimmer werden von außen über einen Laubengang erschlossen, was ein Treppenhaus oder Innenflure überflüssig macht. Seine Wohnanlage produziert über Fotovoltaikmodule an Fassaden und auf dem Dach 50 Prozent der Energie selber.
 

Bedarf wächst

Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für Studenten wird zunehmen, stellt Hajek mit Blick auf die stark wachsenden Studentenzahlen in der Stadt fest. Stadtsiedlungschef Robert an der Brügge gibt sich von den Ideen der jungen Wettbewerbsteilnehmer beflügelt: "Vorgefertigtes, flexibles und kostengünstiges Bauen passt nicht nur für Studenten, sondern auch für Senioren und Familien."
                            

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