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Mehr Unfälle

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Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn sind im Jahr 2013 zwar mehr Unfälle passiert, dabei wurden aber weniger Menschen getötet. Die Hauptunfallursachen bleiben Vorfahrtsverstöße, falscher Abstand und zu hohe Geschwindigkeit.

"Obwohl wir im gesamten Präsidiumsbereich einen deutlichen Anstieg der Verkehrsunfallzahlen einschließlich der Bundesautobahnen A6 und A81 zu verzeichnen haben, ist glücklicherweise die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer zurückgegangen", bewertet der Leiter des Führungs- und Einsatzstabes, Leitender Polizeidirektor Hans Becker, die Verkehrsunfallstatistik 2013. 

 

Unfallzahlen


Im Stadt- und Landkreis Heilbronn, in den Landkreisen Hohenlohe und Main-Tauber sowie im Zuständigkeitsbereich der Bundesautobahnen A6 und A81 ist ein Anstieg der Verkehrsunfallzahlen von 21.889 (Jahr 2012) auf 22.708 (Jahr 2013) zu verzeichnen. Dabei waren die Entwicklungen in den einzelnen Regionen durchaus unterschiedlich:

Stadt Heilbronn: +4,3 Prozent (von 4.791 auf 4.997)

Landkreis Heilbronn: +3,9 Prozent (von 6.323 auf 6.569)

Hohenlohekreis: +9,6 Prozent (von 2.512 auf 2.754)

Main-Tauber-Kreis: +4,7 Prozent (von 3.354 auf 3.512)

Neckar-Odenwald-Kreis: -3,6 Prozent (von 3.356 auf 3.236).

Autobahnen: +5,6 Prozent (von 1.553 auf 1.640)

 

Im Vorjahresvergleich ist ein deutlicher Anstieg bei den Hauptunfallursachen in den Bereichen Vorfahrt, Abstand und Geschwindigkeit erkennbar. Von den insgesamt 22.708 registrierten Verkehrsunfällen des Jahres 2013 wurden von der Polizei 9.629 näher untersucht; bei den übrigen 13.079 Fällen handelt es sich um sogenannte Bagatellunfälle. Diese werden lediglich statistisch gezählt, nicht aber näher untersucht. Bei derartigen Unfällen sind weder Verletzte zu beklagen noch werden Verkehrsvorschriften in gravierendem Maß verletzt.
 

Autobahnen: Staus und hohes Verkehrsaufkommen


Im Bereich der Bundesautobahn ist das Polizeipräsidium Heilbronn auf dem 60 Kilometer langen Teilstück der A6 zwischen den Anschlussstellen Kupferzell und Sinsheim-Steinsfurt und auf dem nahezu 100 Kilometer langen Stück der A81 zwischen der Anschlussstelle Mundelsheim bis zur Landesgrenze Bayern, kurz vor Gerchsheim, zuständig. Auf diesen Abschnitten nahm die Polizei insgesamt 1.640 Unfälle (2012: 1.553) auf.

Auffällig ist, dass sich auf dem deutlich kürzeren Abschnitt der A6 etwa ein Viertel mehr Unfälle ereigneten. Dies ist aber anhand der deutlich höheren durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärke (DTV) erklärbar. Auf der A6 sind dies im Schnitt rund 100.000 Fahrzeuge, wie auf der A81 südlich des Weinsberger Kreuzes. Nördlich des Weinsberger Kreuzes beträgt die Verkehrsstärke auf der A81 nur noch rund 32.000 Fahrzeuge täglich, so die Polizei. Speziell für den Bereich der A6 und A81 dürfte die Zunahme bei den Unfällen um 5,6 Prozent auch auf die häufigen Staulagen zurückzuführen sein.
 

Unfälle mit Personenschäden


Insgesamt wurden im Präsidiumsgebiet 2013 2.575 Unfälle mit Personenschäden verzeichnet; im Vorjahr waren dies 2.482. Aufgeteilt nach Stadt- und Landkreisen zeigt sich dabei folgendes Bild (in Klammern jeweils die Zahlen des Jahres 2012):

Stadt- und Landkreis Heilbronn: 1.338 (1.197)

Hohenlohekreis: 330 (316)

Main-Tauber-Kreis: 409 (422)

Neckar-Odenwald-Kreis: 315 (386)

Autobahnen: 183 (161)

Bei diesen Unfällen wurden 57 Personen getötet. Hierunter entfielen auf den Stadt- und Landkreis Heilbronn 17 (16); Hohenlohekreis 7 (12); Main-Tauber 13 (8); Neckar-Odenwald 14 (3) und Autobahnen (11). Schwer verletzt wurden 862 Personen, 2.538 Personen erlitten leichte Verletzungen. "Leider aber", so Hans Becker, "müssen wir im Jahr 2013 auch eine Steigerung bei den verletzten Unfallbeteiligten von 3.281 im Jahr 2012 auf 3.400 im vergangenen Jahr registrieren." 
 

Unfallursachen


Den größten Anteil an den Hauptunfallursachen wiesen Vorfahrtsverletzungen mit einer Steigerung von 5 Prozent  auf 1.621 Fälle auf. Unzureichender Sicherheitsabstand war in 1.481 Fällen Ursache für einen Unfall und schlug damit im Vergleich zum Vorjahr mit +11 Prozent zu Buche. In 1.080 Fällen (Anstieg um 2 Prozent) war überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit die Unfallursache. Alkohol spielte in 443 (498), Drogeneinwirkung in 29 (17) Fällen eine Rolle.

Gerade zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeiten waren in der Detailbetrachtung der Unfälle mit Personenschaden in 637 Fällen - und damit einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr - Unfallursache.

Speziell für den Bereich der Bundesautobahnen A 6 und A 81 war zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit mit 298 Fällen - und damit einem Anstieg um 22 Prozent - Hauptunfallursache Nummer eins, gefolgt von Fehlern beim Überholen (90 Fälle) und zu geringem Sicherheitsabstand in 73 Fällen.
 

Unfallbeteiligte Risikogruppen (ohne Autobahnen)


Kinder waren bei 130 Unfällen aktiv beteiligt. Hierbei wurden 84 leicht und 31 schwer verletzt. Im Vergleich zum Vorjahr (133) blieb dieser Wert relativ gleich; bei weiteren 73 Unfällen wurden 98 Kinder als Mitfahrer verletzt. 34 Unfälle wurden als Schulwegunfälle registriert. Als besonders erfreulich bezeichnete Hans Becker die Tatsache, dass im Jahr 2013 kein Kind bei einem Unfall getötet wurde - im Vorjahr waren es noch drei.

Bei 379 Unfällen unter Beteiligung von Radfahrern lag der Schwerpunkt der Unfälle mit 120 im Stadtkreis Heilbronn. Die rückläufige Zahl der Unfälle mit motorisierten Zweiradfahrern von 537 auf 502 bezeichnete Becker als erfreulichen Aspekt der Unfallstatistik 2013.

"Mit etwas Sorge betrachte ich aber die Tatsache, dass Junge Fahrer (18 - 24 Jahre) an 35 Prozent der Unfälle mit Personenschaden beteiligt waren, obwohl sie nur rund 9 Prozent des Bevölkerungsanteils stellen", so Becker. Diese Zielgruppe wird aber weiterhin im besonderen Fokus der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit bleiben.

Die Gruppe der Senioren (ab 65 Jahre) war an 1.505 Unfällen beteiligt. Ins Unfallgeschehen waren 269 Personen als Fußgänger involviert.
 

Kontrollen


Um der negativen Entwicklung der Unfallursachen Geschwindigkeit und zu geringer Sicherheitsabstand - insbesondere auch auf den durch das Präsidiumsgebiet führenden Autobahnen - entgegen zu wirken, wird die Verkehrspolizei ihre Arbeit in der Geschwindigkeitsüberwachung konsequent fortsetzen. Darüber hinaus wird auch das Thema Alkohol im Straßenverkehr weiterhin im Fokus der Beamten bleiben.

Laut Becker werden die Verkehrsteilnehmer hier mit verstärkten Kontrollaktionen - nicht nur zur Faschingszeit und zur Zeit der Weihnachtsfeiern - rechnen müssen. Um Kinder im Straßenverkehr zukünftig noch besser zu schützen und auf die Gefahren aufmerksam zu machen, werden die Jugendverkehrsschulen ihre Präventionsarbeit an Kindergärten und Schulen weiterhin engagiert fortsetzen. Bei Verkehrskontrollen wird die Polizei ein besonderes Augenmerk auf die Anschnallpflichten bei den Kindern legen.

Mit anlassbezogenen Kontrollen auf Radwegen, insbesondere im Stadtgebiet Heilbronn, wird man sich der Risikogruppe der Radfahrer widmen. Dabei werden die Radler durch die Beamten in Aufklärungsgesprächen auf ihr mögliches Fehlverhalten und dessen Folgen aufmerksam gemacht.

Trotz rückläufiger Zahl der Unfälle mit Motorradfahrern bleibt auch diese Zielgruppe im Fokus der Polizei, insbesondere auch der polizeilichen Präventionsarbeit. Die große Auftaktveranstaltung hierzu findet am 18. Mai 2014 auf der "Löwensteiner Platte" statt.
                      

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