Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Formel 2 in der Schule

zurück zur Übersicht
Vier Ringe? Die fehlen noch auf dem Auto, das im Neckarsulmer Audi-Forum einen Sieg eingefahren hat. Aber was nicht ist, kann ja noch werden: Schließlich war Audi am Wochenende erstmals Sponsor und Gastgeber von Formel 1 in der Schule. Bisher war der Wettbewerb in der Region in der Experimenta angesiedelt, aber im Audi-Forum gibt es mehr Platz für die Teams und ihre Rennwagen, die um die Landesmeisterschaft in dem Schülerwettbewerb kämpfen.

Die von Schülerteams selbst gebauten Flitzer müssen strenge Vorschriften einhalten. Angetrieben werden sie von einer einheitlichen Gaspatrone − Aerodynamik, Gewicht und möglichst leicht laufende Räder entscheiden also über Erfolg oder Misserfolg. Abseits der Strecke zählen auch Projektmanagement und Marketing − ganz wie im richtigen Rennsportleben.
 

Magnesium und Karbon

Selbst die Profis sind begeistert: Zur Landesmeisterschaft schauen mit Markus Winkelhock und dem amtierenden DTM-Meister Mike Rockenfeller zwei Audi-Werksfahrer vorbei. Nicht schlecht staunen die beiden, als Technik-Chef Felix Harst vom Heilbronner Surge-Team die selbst gebaute Karbon-Hülle vorzeigt und die aus Magnesium gefräste Radaufhängung. "Und die Nase ist auch geil", sagt Rockenfeller und zeigt das Karbon-Teil seinem Kollegen.

"Das ist wie im echten Motorsport", ist Winkelhock begeistert von der Arbeit des Surge-Teams, das vom Heilbronner Mönchsee-Gymnasium kommt − und am Ende des Tages die Nase vorn hat. Kein Wunder: Felix Harst, Jonas Dunkel, Büsra Sahin und Leo Sandrisser waren letztes Jahr auch bei der WM in Amerika dabei.
 

Um die Wette

"Jetzt sind wir zwei Rennfahrern per Du", jubiliert der Elftklässler Sandrisser, der für Design und Marketing zuständig ist. Teammanagerin Büsra Sahin, die für den Zeitplan verantwortlich ist und die Teamsitzungen leitet, strahlt mit ihren Jungs um die Wette. Der Stolz ist auch den Vätern und Müttern anzusehen. "Ich hab Felix nur ein paar Tipps gegeben", sagt Richard Harst, der selbst Ingenieur ist. Leos Vater Frank Sandrisser lässt der Erfolg vergessen, dass die die Arbeit im Team viel Zeit kostet und der Junior nächstes Jahr Abitur machen muss.

Aus der Ferne beobachtet Armin Gittinger die Szenerie. Auch der Initiator des Wettbewerbs ist zufrieden. Mit dem Veranstaltungsort: "Das ist die ideale Umgebung." Mit den Leistungen der Schüler. Und damit, dass von Audi außer den Werksfahrern, die Stimme-Redakteur Alexander Schnell vor der Siegerehrung auf dem Podium interviewt, auch Manager anwesend sind, die sich von der Begeisterung anstecken lassen.

Einer von ihnen ist Werkleiter Fred Schulze. Ihm passt die Aktion perfekt ins Sponsoring-Konzept, "weil wir es damit schaffen, Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern". Nach derselben Logik gibt es auch andere Projekte wie die Werkstätten für junge Meister, die unter anderem in den Osterferien angeboten werden. Hier wie dort trifft er möglicherweise die Mitarbeiter von morgen, die heute erleben, wie eine Autofabrik funktioniert. In seinem Werk läuft es gut: "Wir arbeiten auf dem Niveau des Vorjahres und bereiten uns auf die Produktaufwertung beim A6 vor."
 

Nachwuchsarbeit

Auch Michael Groß, der bei Audi das Personalmarketing verantwortet, ist zufrieden. "Premiummarke Nummer 1 können wir nur mit den passenden Mitarbeitern werden. Die vielen Bewerbungen bekommen wir auch, weil wir darüber reden, was wir tun". Für diese Aufgabe wird künftig Antje Maas zuständig sein, die derzeit noch das Neckarsulmer Audi-Forum leitet und den F1-Wettbewerb mit an Land gezogen hat. Für sie schließt sich mit der Aktion also ein Kreis. Und das Heilbronner Team darf sich auf einen weiteren Eintrag auf der Sponsorenliste freuen. Fürs Bundesfinale, das im Mai bei VW in Wolfsburg stattfindet, hat Fred Schulze nach der Veranstaltung dem Team nämlich seine Unterstützung zugesagt.
                    

Galerien

Regionale Events