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Ersatz-Gelände für Motocross

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Der aus Ulm stammende Profi Dennis Ullrich hat für den Start in Frankenbach sogar Motocross-Rennen in Italien und Belgien sausen lassen. "Das bin ich den Fans in der Heimat schuldig." Hellauf begeistert von ihm und anderen 157 Motorradfahrern, die auf der 1512 Meter langen Strecke ihre Runden drehen, sind alle, die am Sonntag den Weg in die alte Schottergrube finden. Die Starter sind aus 17 Nationen angereist, die Fans aus dem ganzen Südwesten, wie sich an den Nummern der überall parkenden Autos ablesen lässt.
 

Schlichter

Die Einheimischen selbst sind, gelinde gesagt, nicht alle begeistert. "Dieses ständige Aufheulen der Motoren kann einem ganz schön an die Nerven gehen", berichtet eine Bewohnerin im Gebiet Krautgarten. Selbst im weiter entfernten Neubaugebiet Maihalde ist der Lärm zu hören, nicht nur bei den drei Großveranstaltungen im Jahr, sondern regelmäßig dienstag- und mittwochabends sowie samstagnachmittags beim Training. Weil es ihnen schon lange zu bunt geworden ist, sind einige couragierte Bürger wie etwa Ulrike Massa, Jost Kubin sowie Helga und Dieter Maurer 2013 bis in den Wirtschaftsausschuss des Gemeinderates vorgestoßen. Inzwischen habe man "gewisse Annäherungen erzielen" können, gibt der als Schlichter eingesetzte Liegenschaftsamtschef Helmut Semenass am Wochenende auf Stimme-Anfrage zu verstehen. Knackpunkt sei das Samstagstraining. Hier sei der Verein "zu einer gewissen Verlagerung" bereit. Unabhängig von deren Erfolg "werden wir die Möglichkeit eruieren, ein neues Gelände zu suchen, und zwar über die Stadtgrenzen hinaus in der Region", sagt Semenass vorsichtig.
 

Boomsport

"Völlig offen für Alternativen" zeigen sich MCC-Vorsitzender Michael Blaurock und Pressesprecher Peter Mayer. Beide sind sich bewusst, dass "so etwas sorgfältig geprüft werden muss und länger dauern kann". Verständnis zeigen sie für die Anwohner, von denen manche Freikarten als Trostpflaster bekommen. Die jüngsten Lärmprobleme führen sie auf Baumfällungen entlang der Leintalstraße zurück. Einen Teil des Trainings habe man bereits nach Flehingen unweit von Bruchsal ausgelagert. Auch bei der Beschallung sei Moderator Carsten Wernado "zurückgefahren". Die Vereinssprecher geben aber auch zu bedenken, dass der Crosssport "absolut boomt" und der Name Frankenbach bundesweit bekannt sei. Der Begriff "Aushängeschild für die Sportstadt Heilbronn" sei gewiss nicht zu hoch gegriffen: auch wegen der vorbildlichen Jugendarbeit.

Kein Aushängeschild ist die seit 1948 mehrfach erweiterte Vereinsbaracke. Doch bevor der MCC rund 150 000 bis 200.000 Euro für einen Neubau setzt, "brauchen wir eine Förderzusage des Württembergischen Landessportbundes", sagt Blaurock. Der WLSB gibt aber nur Geld, wenn der Verein einen mindestens 25-jährigen Pachtvertrag für das Gelände vorweisen kann. Die Stadt konnte sich bisher nicht zu einer Verlängerung durchringen − wegen des Lärms. Wobei Lärmmessungen ergeben haben, dass die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschritten werden.
                     

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