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Bahnen und Busse stehen still

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Heute erreichen die Warnstreiks im öffentlichen Dienst ihren Höhepunkt. Die meisten Stadtbahnen und Busse bleiben in ihren Depots. In Neckarsulm sind Bürgerbüro, Ausländeramt und Kitas betroffen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft am heutigen Mittwoch zu weiteren Streiks im öffentlichen Dienst auf. In Stuttgart findet neben einer Demonstration und einer Kundgebung ein landesweiter Schwerpunktstreik der Verkehrsbetriebe statt. Deshalb legen Beschäftigte der Stadtwerke Heilbronn, der Verkehrsbetriebe und der Bäderbetriebe die Arbeit nieder.
 

Heilbronn: Stadtbusse im Depot

Die Busfahrer der Verkehrsbetriebe Heilbronn sind im Ausstand. Am Depot an der Georg-Vogel-Straße in Heilbronn demonstrieren sie für ihre Forderungen

 

Stadtbahn: massive Ausfälle

Zu massiven Ausfällen kommt es seit dem frühen Morgen auch auf den Stadtbahnlinien S4 und S42. Fahrgäste weichen am besten auf den Regionalbusverkehr aus. Hintergrund ist, dass Fahrer der Verkehrsbetriebe Heilbronn, die S-Bahnzüge steuern, ebenfalls im Ausstand sind.

Aus diesem Grund wird auch kein Stadtbus das Depot an der Georg-Vogel-Straße verlassen. "Schulen, Betriebe und andere Einrichtungen sind informiert", sagt Gewerkschaftssekretärin Marianne Kugler-Wendt vom Verdi-Bezirk Heilbronn-Neckar-Franken.

Wieviele Stadtbahnen bislang tatsächlich ausgefallen sind, ist noch unklar. Immer wieder fahren Züge der Linie S4 durch die Region. So wie dieser, der um 8.01 Uhr - mit sechs Minuten Verspätung zwar - vom Bahnhof Schwaigern nach Karlsruhe-Albtalbahnhof startet.
 

Stadtbahn-Ausfälle

Laut AVG werden die Stadtbahnen von Mittwochfrüh, 3 Uhr, bis Donnerstagfrüh, 3 Uhr, bestreikt. Auf der S4- und S42-Linie entfallen die allermeisten Züge. Nur folgende Fahrten der Linie S42 sollen gefahren werden: 

Abfahrt in Heilbronn: 17.47 Uhr, 18.47 Uhr, 19.49 Uhr, 21.47 Uhr, 22.47 Uhr, 23.53 Uhr und 0.53 Uhr.
Abfahrt in Neckarsulm: 18.24 Uhr, 19.26 Uhr, 20.24 Uhr, 22.24 Uhr, 23.30 Uhr, 0.30 Uhr und  1.24 Uhr. 
 

Neckarsulm: Stadtverwaltung wird bestreikt

Wegen eines ganztägigen Warnstreiks bleiben das Bürgerbüro, das Ausländeramt und die Verwaltungsstelle der Stadt Neckarsulm in Obereisesheim am heutigen Mittwoch geschlossen. Betroffen sind auch die städtischen Kindertageseinrichtungen.

Für Eltern, die aus zwingenden Gründen auf eine Betreuung angewiesen sind, stellt die Stadt Notgruppen für Kinder ab drei Jahren in folgenden Kitas bereit: Salinenstraße (Kernstadt), Grenchenstraße (Amorbach), Auf der Breit (Obereisesheim) und Harzstraße (Neuberg/Viktorshöhe). Es kann kein warmes Mittagessen angeboten werden.
 

Heilbronn: Soleo geschlossen

Das Soleo-Stadtbad in Heilbronn wird ganztags bestreikt und geschlossen bleiben. Das Hallenbad Biberach ist geöffnet. Die Wartungs- und Sanierungsarbeiten in den Freibädern Kirchhausen und Gesundbrunnen ruhen ebenfalls. Wegen eines Wasserrohrbruchs gehen die Reparaturarbeiten im Freibad Neckarhalde dagegen weiter. Aus dem Gemeindebereich beteiligen sich am Warnstreik Mitarbeiter der Städte Weinsberg, Neckarsulm und Crailsheim. 

"Auch wenn die zweite Verhandlungsrunde Annäherung brachte, müssen wir bei den Gesprächen am 31. März und 1. April in Potsdam erneut unserer Forderung nach einer einheitlichen Erhöhung um 100 Euro Nachdruck verleihen. Unsere Mitglieder erwarten einen Tarifabschluss mit einem Sockelbetrag. Auch deshalb ist die Beteiligung an unseren Streiks so gut", begründet Marianne Kugler-Wendt den Erfolg der zweiten Aktion Anfang der Woche in Heilbronn.
 

Andere Städte

Auch in Stuttgart, Esslingen, Freiburg, Karlsruhe, Baden-Baden und Ulm fahren keine Busse und Stadtbahnen. Pendler müssen auf dem Weg zur Arbeit erneut viel Geduld mitbringen. Ähnlich wie in der vergangenen Woche werden die S-Bahnen vermutlich aus allen Nähten platzen. Für die Bildungsmesse Didacta geben die Veranstalter allerdings Entwarnung: Das Messegelände sei per S-Bahn zu erreichen, die von den Streiks nicht betroffen sei.

Auch die Eltern trifft der Warnstreik im öffentlichen Dienst. Mehrere Hundert Kindertagesstätten bleiben geschlossen, sagte ein Verdi-Sprecher. In der Landeshauptstadt sollen die Angestellten an mehr als 150 Kita-Einrichtungen streiken. Die Eltern seien aber informiert worden, um rechtzeitig planen zu können. Auch die Verwaltung wird in vielen Städten und Kommunen bestreikt. Der Betrieb an den kommunalen Kliniken im Land sei stark eingeschränkt, für die Notversorgung sei aber gesorgt, hieß es in einer Mitteilung.
 

Flughafen Stuttgart

Am Donnerstag trifft es dann die Menschen in den östlichen und westlichen Regionen des Landes. Wie am Mittwoch sollen Beschäftigte aus der Verwaltung sowie an Kindertagesstätten und Krankenhäusern ihre Arbeit niederlegen. Außerdem ist der Stuttgarter Flughafen betroffen. Der dbb-Beamtenbund hat die Beschäftigten dort von 5 bis 14 Uhr zu Warnstreiks aufgerufen. Die Auswirkungen sind nach Angaben des Stuttgarter Flughafens noch unklar. Mit Behinderungen des Flugverkehrs sei aber zu rechnen.

Am Freitag können Eltern und Pendler wieder aufatmen: Nach Angaben von Verdi wird es dann keine weiteren Streiks mehr geben.
 

Gesprächstermin 

Am vergangenen Freitag waren die Tarifverhandlungen für die deutschlandweit 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen ohne ein Angebot der öffentlichen Arbeitgeber vertagt worden. Ein weiterer Gesprächstermin zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ist für den 31. März anberaumt.

Die Dienstleistungsgewerkschaft fordert eine Erhöhung aller Gehälter um 100 Euro und zusätzlich 3,5 Prozent mehr Geld. 

Bereits am Montag hatten Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ihre Warnstreiks fortgesetzt. Schwerpunkt war Heilbronn, wo mehr als 1000 Menschen aus dem Verdi-Bezirk Heilbronn-Neckar-Franken auf die Straße gingen. 

Bei einer Kundgebung auf dem Marktplatz in Heilbronn machte sich die Verdi-Landesvorsitzende Leni Breymaier für ein Ergebnis in freien Verhandlungen, ohne Schlichter, stark. 
                               

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