Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

retter

Trümmergruppe

zurück zur Übersicht
Der Freizeitpark Tripsdrill liegt noch im Winterschlaf: Keine der vielen Attraktionen ist in Bewegung, keine lachenden und kreischenden Menschen. Dennoch weisen Autos mit Kennzeichen aus ganz Baden-Württemberg darauf hin, dass sich im Erlebnispark etwas tut. "Wir simulieren eine Einsatzübung", erklärt Kai-Uwe Weber, Vizechef der Trümmergruppe des DRK-Landesverbands.
 

Verpuffung

Das Szenario: Eine Verpuffung bei der Wartung hat bei der Holzachterbahn "Mammut" und der Burg einen Großbrand ausgelöst. Die Feuerwehren haben das Feuer gelöscht, mussten jedoch abziehen, da es eine Massenkarambolage auf der Autobahn gegeben hat. Eine unbekannte Anzahl von Verletzten wird noch in den Trümmern vermutet. Um sie zu finden und zu retten, ist nun die Trümmergruppe angerückt. "Derzeit gibt es bei uns 31 Teams, davon sind 17 geprüft", erklärt Weber. Ein Team besteht aus einem Rettungshund und dem Hundeführer. 15 Teams stehen nun bereit und lassen sich einweisen: Sie erhalten Detailkarten ihres Suchgebiets, Atemschutzmasken und prüfen ihr Funkgerät.

Und was machen die Hunde? Auch sie sind völlig unaufgeregt. Mit gespitzten Ohren und aufmerksamen Augen verfolgen sie das Tun ihrer Führer. Sie würdigen die übrigen Hunde keines Blickes, harren still der Dinge, die da auf sie zukommen. "Die Hundeausbildung dauert mindestens zwei Jahre", erläutert die Führerin der Suchgruppe 1, Helga Glaser. "Es sind verträgliche Hunde, die nicht raufen und Menschen mögen. Die Rasse ist dabei nicht so wichtig." Vor dem Mammut versammelt sich die Gruppe. Während die Zweibeiner ihre Schutzkleidung wie Helm und Handschuhe anlegen, sitzen Paul, der griechische Straßenhund, Sam, der Schweizer Schäferhund, Oskar, der belgische Schäferhund und Samba, ein fünfjähriger Border Collie, wie artige Schüler nebeneinander.

Guido Schmidt nimmt Oskar die Leine ab und gibt ihm den Befehl: "Such". Da erst bewegt sich der Hund und beginnt die Suche unter dem hölzernen Mammut. Zuvor hatte Gruppenleiterin Glaser auf die besonderen Gefahren aufmerksam gemacht: Ein Loch und ein Tunnel sind vorhanden. "Bei uns geht es nicht darum, möglichst schnell loszurennen", erklärt sie. "Die Aufgabe ist nicht ungefährlich und daher muss man zuerst genau überlegen, was man tut."
 

Konzentration

"Das Gelände ist ideal für die Übung", schwärmt Kai-Uwe Weber. "Hier ist der Holzgeruch so stark, dass die Hunde voll konzentriert sein müssen. Und wichtig ist die große Abwechslung im Gelände und mit den Materialien, das stellt höchste Anforderungen an Mensch und Tier." Oskar war inzwischen erfolgreich und hat ein Opfer gefunden. Ein kurzes Bellen ist sein Zeichen. Guido Schmidt lobt ihn und kümmert sich um das Opfer, ruft Verstärkung, und gemeinsam wird es abtransportiert.

Zwei Tage lang übten die Teams in Tripsdrill, unterstützt von der DRK-Gruppe Brackenheim-Cleebronn. "Wir testen hier, wie die Teams harmonieren und wie lange Tier und Mensch durchhalten, denn im Ernstfall dauert es oft lange", erklärt Kai-Uwe Weber. Solche Übungen machen sie jeden Monat ein Mal an unterschiedlichen Orten. Und zwar ehrenamtlich.
                       

Galerien

Regionale Events