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Eine echte Bereicherung

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Gelächter brandet auf in der Scheppacher Sporthalle. Zum ersten Mal tragen am Montag alle ihre Kostüme und die sehen teilweise genauso abgefahren aus, wie es ein Titel wie "Scheppax – the next galaxy" auch erwarten lässt: quietschbunt oder düster schwarz, blinkende Leuchtdioden und glänzendes Metall. Mitten in dem bunten Haufen sind auch sechs Menschen mit Behinderungen. Die Bewohner der evangelischen Stiftung Lichtenstern und einer Außenwohngruppe in Bretzfeld fallen gar nicht weiter auf. Sie sind einfach Teil des Ganzen und so soll es bei einer inklusiven Veranstaltung ja auch sein. Am Freitag feiert das neue Musical des ASV Scheppach Premiere.

 

Macher


Drei Jahre ist es her, dass der Sportverein mit "Tanz der Vampire" das letzte große Musicalprojekt gestemmt hat. Danach war erst einmal die Luft raus. "Wir wussten aber, wenn wir so was nochmal machen, dann was eigenes", erzählt Steffi Winter, die mit ihrem Mann Michael das Musical geschrieben hat, Regie führt und zwei der Hauptrollen übernimmt. Rund 60 Darsteller sind teils in verschiedenen Rollen auf der Bühne.

"Wir hatten nach Statisten gesucht und da kam Lichtenstern auf uns zu, weil einer ihrer Bewohner so etwas für sein Leben gern mal machen wollte", erinnert sich Michael Winter. Dann kam auch noch der Vorschlag, einige aus der Bretzfelder Außenwohngruppe zu integrieren. "Natürlich waren wir zuerst skeptisch, mussten auch den Vorstand überzeugen, weil wir ja noch nie so etwas Inklusives gemacht hatten."

 

Angst


Annette Schmidt-Pugsley, Gruppenassistentin in Bretzfeld, kennt das. "Viele haben einfach Angst, weil sie nicht wissen, wie sie mit Menschen mit Behinderung umgehen sollen", meint sie. Umso wichtiger seien solche Projekte. Bereits vor der eigentlichen Probenarbeit wurde der Kontakt gesucht, man lernte sich kennen und die ASVler erkoren Paten aus, die sich speziell kümmern sollten. "Aber eigentlich war das gar nicht nötig, weil einfach alle dabei waren", freut sich Steffi Winter. Die Beteiligung der Lichtensterner sei eine echte Bereicherung. "Die leben richtig mit dem Stück, singen teilweise alle Lieder mit und helfen überall mit", ergänzt Michael Winter. Einfach eine große Familie.

 

Gefallen


Das gefällt auch den sechs Neulingen besonders gut. "Das Beste ist, dass wir mit anderen Leuten spielen und die kennen lernen", meinen Sebastian Aichert und Heiko Sturm einhellig. André Asal, Auslöser des Projekts, fand das Einstudieren auch gar nicht schwierig. "Ich hab schon mal Musical und Theater gespielt." Cool findet er vor allem den "We will rock you"-Tanz der schwarzen Krieger.

Dirk Münzberg, Leiter der Außenwohngruppe, würde sich wünschen, dass es noch viel mehr Gelegenheiten für seine Leute gibt, sich am Leben der Nichtbehinderten zu beteiligen. "Aber immer wenn es nur um die Leistung geht, haben sie es natürlich schwer."


 

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