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Über Leben und Sterben

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Drei Füsiliere, die in den Krieg ziehen, stehen im Vordergrund, dahinter die Stadtsilhouette. Eine Montage zeigt Wengerter, Familien, einen Soldaten. Diese Gestaltung ziert das Buchcover "Weinsberg während des Ersten Weltkriegs", das am 7. Dezember vorgestellt wird. Holger Wahl hat ein "sehr unkonventionelles Heimatbuch über Menschen aus Weinsberg" von 1914 bis 1918 geschrieben. Kein wissenschaftliches Werk, ein Buch von einem Weinsberger für Weinsberger. Mehr als 120 Gefallene entsprechen damals fast vier Prozent der Stadtbevölkerung. Der Autor beleuchtet das Schicksal von 24 Soldaten, die an den europäischen Fronten kämpften, starben, verletzt wurden oder unversehrt blieben.
 
 

Schicksale


Wie war das Leben 1914 in Weinsberg? Wie sah es in der Oberamtsstadt aus? Was erlebte, sah und erlitt der Soldat aus der Kernerstadt? Auf solche Fragen sucht Holger Wahl seit Jahren Antworten. Der Finanzierungsberater einer Bausparkasse hat akribisch Fotos und Infos gesammelt, in Archiven geforscht, Bücher gewälzt, sich auf den Schlachtfeldern des Weltkriegs umgesehen. Von Nachfahren bekommt er viele Hinterlassenschaften, sie erzählen über den Vater oder Großvater.
 
Mit dem braunen Lederkoffer von Heinrich Bäuerle (1884 bis 1956) fängt es an: Darin liegen Fotos, Postkarten, Briefe, Orden und Wehrpass des Kanoniers, der unverletzt bleibt. Der Erste Weltkrieg ist nicht mehr anonym, wird persönlich. Und je mehr Wahl ins Projekt eintaucht, umso mehr Material und Hinweise erhält er: "Was ich finde, interessiert mich brennend." Im Urlaub im August 2013 schreibt der Autor die ersten Zeilen, am 2. November 2014 ist das Werk vollendet. "Es sind im Layout 304 Seiten und 614 Fotos", erzählt Wahl. Im Mittelpunkt stehen die 24 Soldatenschicksale. Der Großteil sind Bauern und Weingärtner.

Vom Trio auf dem Bucheinband kennt Wahl die Weinsberger Karl Munderich und Wilhelm Kolb vom Heilbronner Füsilierregiment Nr. 122, die beide überleben. Hauptlehrer Emil ("Vadder") Stahl ist vielen Weinsbergern bekannt. Bei Stellungskämpfen im Elsass wird er im März 1918 verwundet. Im Weinsberger Nachrichtenblatt veröffentlicht Holger Wahl seit Wochen Leseproben. Da erzählt die hochbetagte Kamilla Hansert über ihren Vater Bernhard Ludwig Barth (1888-1973), dass er vier Jahre in einem Lazarett in Aalst stationiert, nie in Kampfhandlungen verwickelt ist.
 
Gottlob Betz ist der erste Gefallene aus Weinsberg im August 1914, Karl Schäfer der letzte kurz vor Kriegsende im November 1918. Mehr als 120 sterben, 118 Namen stehen auf dem Kriegerdenkmal von Albert Volk an der Ostwand der Johanneskirche. "Nie wieder so etwas", wünscht sich Wahl, nie wieder Krieg. Wenn der Diplom-Betriebswirt jetzt durch "sein Weinsberg" geht, sieht er es unter dem Gesichtspunkt "altes Weinsberg".
 
 

Postkarten


Einen zweiten Schwerpunkt bilden die Stadt, das Leben, die Vereine. Besonders interessant sind die Postkartenmotive zwischen 1914 und 1918, darunter viele aus der Privatsammlung von Dieter Feyhl. "Ich möchte, dass die Leute glänzende Augen bekommen", meint Wahl. Besonders dann, wenn sie identische Ansichten aus alter und neuer Zeit vergleichen. Jede Woche bekommt Wahl auf die Leseproben Rückmeldungen. Die positiven Stimmen bestärken ihn. "Ich bekomme eine Freude mit dem Buch." Mehr als 50 Reservierungen liegen vor. Das nächste Buchprojekt hat Wahl schon im Visier, die Zeit von 1933 bis 1945.


 

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