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Sterben die Schularten aus?

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Zahlen. Nichts als Zahlen? Jede Menge Statistik präsentierte Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe Bildung und Region (Biregio) jetzt in der Harmonie. Schulleiter, Lehrer, Stadträte, auch Eltern, Vertreter von Schulamt und Stadtverwaltung versuchten, sich einen Überblick für die Schulentwicklung in Heilbronn zu verschaffen. Erste Grundlage bildet das Zahlenwerk von Biregio.

"Wir hätten ja abwarten können." Als Schulbürgermeisterin Agnes Christner in ihrer Begrüßung diesen Satz sagte, ging ein leises Seufzen durch die Reihen der Zuhörer. Vielen scheint Heilbronn wie gelähmt, wenn es um die Zukunftssicherung seiner weiterführenden Schulen geht. Und auch Wolf Krämer-Mandeau lieferte jetzt nur eine Bestandsaufnahme. Veränderungsvorschläge waren von ihm nicht zu erwarten: etwa ob und welche Schulen aufgeben, Gemeinschaftsschule werden oder als Realschulen mit der benachbarten Werkrealschule gemeinsame Sache machen könnten.

 

Gespräche laufen


In zahlreichen Gesprächen, die schon begonnen haben, ermitteln das städtische Schulamt und sein Bildungsbüro, wie es weitergehen könnte. Agnes Christner steht vor ihrer ersten großen Herausforderung als Schulbürgermeisterin. Der Berater von Biregio warnte unterdessen, nichts zu überstürzen. Das sagte er vor allem auch in Hinblick auf die Räume: "Sie müssen dafür sorgen, dass die richtigen Gebäude erhalten bleiben und aufpassen, dass Sie nicht an anderer Stelle neu bauen müssen."

Die Schülerzahlen der noch acht Werkrealschulen (WRS) sind im Sinkflug: von 300 im Jahr 2009 auf 156 Fünftklässler im laufenden Jahr. Das ist einerseits der demografischen Entwicklung geschuldet, andererseits der freien Elternentscheidung, wohin ihr Kind nach Klasse 4 gehen soll. Die Realschulen verzeichnen einen Zuwachs von 316 Schülern 2009 auf 382 Anmeldungen in diesem Jahr.

Selbst Rückkehrer aus Realschule und Gymnasium können die WRS-Klassen nicht mehr füllen, erklärte Wolf Krämer-Mandeau: "Die Werkrealschule kann nie eine Klasse bilden, die bis zum Ende in Ruhe zusammenbleibt." Ausdrücklich würdigte er die Rolle der WRS bei der Inklusion. Sie sei die Schulart, die sich für Kinder mit Behinderung am offensten zeige. Wenn WRS geschlossen werden, gehe dieser "pädagogische Schatzkasten" verloren. Auch in der Bildung zugewanderter Kinder ist die WRS sehr engagiert. Und Krämer-Mandeau betonte: Die fünf Realschulen können die Werkrealschüler nicht alle aufnehmen – "mit Inklusion und allem". Dafür fehlten jeder einzelnen von ihnen Räume.

So muss eins ums andere bedacht werden. Hansjörg Winter vom städtischen Bildungsbüro vergleicht das Vorgehen mit einem Dominospiel: Wird ein Stein bewegt, sind ganz viele andere betroffen. Wird ein anderer bewegt...

 

Weiteres Vorgehen


Im weiteren Vorgehen will Agnes Christner auf Schnellschüsse verzichten und doch drängende Fragen lösen. Noch vor Weihnachten soll zum Beispiel geklärt sein, wie es mit der Fritz-Ulrich-Schule weitergeht. Das Gemeinschaftsschulhaus ist sanierungsbedürftig und zu klein.

Ein paar Eckpfosten markierte Christner dann doch: Die Grundschule soll erst mal unberührt bleiben. Sie sieht klar das Potenzial für eine weitere Gemeinschaftsschule. Wer und wie? Darüber laufen zurzeit Gespräche. Bis 1. Juni 2015 muss ein Antrag gestellt werden. Dieser wirke sich aber auf die Schulanmeldungen im Frühjahr 2015 nicht aus. Eine zweite GMS ginge dann im Herbst 2016 an den Start.



 

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