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Haller Bestatter hinter Gittern

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Das Heilbronner Landgericht hat einen 33-Jährigen aus Schwäbisch Hall wegen Betrug zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Dem früheren Geschäftsführer eines Bestattungsunternehmens und Trauerredner wurden außerdem fünf Jahre Berufsverbot auferlegt.  

Der Vorsitzende Richter Roland Kleinschroth bezeichnete den Fall als "abscheulich und widerwärtig". Die Trauer der Angehörigen wurde ausgenutzt und mit Füßen getreten. Dabei gehe es doch um die Würde des Menschen

 

Zweite Todesnachricht


Kein Verständnis hatten die Richter für die Aussage des Angeklagten, er habe seinen Beruf stets pietätvoll ausgeübt und keinem schaden wollen. Was bei der Gerichtsverhandlung an Details über die Betrügereien des Ex-Bestatters zutage kam, sei wie eine zweite Todesnachricht für die Angehörigen gewesen.

Der 33-Jährige hatte über dreieinhalb Jahre hinweg von 2010 an in 102 Fällen Angehörige von Verstorbenen regelrecht abgezockt, um, wie er beteuerte, die marode Firma zu retten. Er bettete die Verstorbenen nach den Beerdigungen in Billigsärge um, rechnete aber die teuren ab, die die Hinterbliebenen geordert hatten. Der Mann vertauschte Urnen, um seine Maschenschaften zu vertuschen. Auch veruntreute er das Geld von Kunden, die ihm Geld für ihre spätere Beerdigung im Rahmen von Vorsorgeverträgen gaben.

Richter Kleinschroth sagte auch, dass man nicht umhin könne, festzustellen, "dass das Bestattungswesen an vielen Stellen in Deutschland krankt". 


 

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